Trotz Schildern: Radfahrer passieren die Baustelle

Sperrung der B236: "Wir setzen alles an eine schnelle Fertigstellung"

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Derzeit ist an der B236 kein Durchkommen für Autofahrer möglich.

Werdohl/Plettenberg - 140 Arbeitstage soll es dauern, bis die neue H-Gas-Leitung an der B236 zwischen Plettenberg und Werdohl fertig verlegt ist. Erste Aushebungen haben bereits stattgefunden. Die Westnetz GmbH als verantwortlicher Netzbetreiber ist zuversichtlich, hat aber auch Anlass zur Kritik.

Verkehrsteilnehmer, die von Werdohl nach Plettenberg oder umgekehrt fahren möchten, müssen derzeit einen Umweg von rund 16 Kilometern in Kauf nehmen. Lediglich Rettungs- und Baufahrzeugen ist das Durchfahren der Baustelle möglich.

Um zu gewährleisten, dass Unbefugte die Strecke nicht befahren können, hat die Westnetz GmbH eine Schranke an der Absperrung eingerichtet; nicht ohne Absprache: „Bei einer Konferenz haben wir uns mit den von dem Umbau schwerwiegend betroffenen Parteien beraten, wie der Verkehr möglichst sicher geregelt werden kann. Vertreten waren bei dem Gespräch unter anderem die Märkische Verkehrsgesellschaft, die Polizei und die Feuerwehr sowie auch Straßen.NRW“, sagt Antonius Pölling, Wegerechts- und Genehmigungsplaner bei Westnetz.

Aus den Gesprächen sei man einvernehmlich hervorgegangen. Die Durchfahrtsberechtigten seien entweder mit einem Schlüssel oder einer Art Fernbedienung ausgestattet worden, mit denen man die Schranke öffnen kann.

„Alle anderen Verkehrsteilnehmer sind angehalten, die ausgeschilderte Umleitungsstrecke von Werdohl über die umliegenden Ortschaften nach Plettenberg zu fahren.“

Sperrung gilt auch für Zweiradfahrer

„Diese Regelung gilt auch für Fahrradfahrer“, betont Wieland Dierks, Westnetz-Pressesprecher. Viele Radler seien bereits an der Absperrung vorbei in die Baustelle gefahren. Das habe unter anderem an einem fehlenden Hinweis auf dem Radweg gelegen.

Inzwischen steht ein entsprechendes Schild, die Radfahrer passierten die Strecke aber dennoch. Dies sei nicht zuletzt auch für die Radfahrer selbst gefährlich. „Auch, wenn es hier noch sauber aussieht: An den Seiten der Straße wurde bereits Erdreich abgetragen, um eine schon vorhandene Gastrasse freizulegen“, sagt Pölling. An diesen Stellen befinden sich metertiefe Aushebungen.

Sperrung der B236: So sieht es derzeit auf der Baustelle aus

Eine Umleitung für die Pedaleure gibt es noch nicht – Westnetz arbeitet an einer Lösung. Freigelegt werden musste die bestehende Leitung, um sicherzustellen, dass sie plantreu verläuft. Lägen die Rohre unter der anderen Fahrspur, wo nun die neue H-Gas-Leitung von Westnetz entsteht, würde dies ein erhebliches Risiko bei den Tiefbauarbeiten darstellen.

Nächste Schritte stehen bevor

„Anfang nächster Woche wird die Fahrbahndecke abgefräst“, sagt Dierks. Dann folgen die Tiefbauarbeiten. „Die höchste Priorität haben die Maßnahmen im Bereich der Straße. Später folgen weitere auf angrenzenden Feldern und in der Lenne. Wir wissen, dass die Sperrung eine erhebliche Beeinträchtigung darstellt. Deshalb werden wir alles daran setzen, die Arbeiten so schnell wie möglich abzuschließen“, erläutert Pölling.

Er hat sich gut eineinhalb Jahre mit der Planung des Bauvorhabens auseinandergesetzt: „Die Lösung ist für keine Partei wirklich schön. Uns kostet der Umbau einen hohen Betrag, während die Anwohner enorm in ihrer Mobilität eingeschränkt werden. Außerdem müssen wir im Wald und in der Lenne Baumaßnahmen durchführen, was eigentlich nicht in unserem Interesse war.“

Der Bau, wie er jetzt stattfindet, sei aber alternativlos gewesen. Die ökologische Belastung durch die Arbeiten gleicht Westnetz durch die Pflanzung neuer Bäume aus. 

Kooperative Anwohner

Wirklich gut sei laut Aussage der Verantwortlichen, wie die Anwohner mit der Baustelle umgehen. „Die Leute hier sind sehr kooperativ und verstehen die Notwendigkeit“, lobt Pölling. „Wir geben uns Mühe, viel mit ihnen zu kommunizieren und sie auf dem Laufenden zu halten."

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