Sperrmüll-Touristen sollen Werdohl fern bleiben

Nur wer auch im Bereich des Zweckverbands wohnt, darf am Werdohler Bringhof Sperrmüll, Elektrogeräte oder Grünabfälle entsorgen. Das wird ab sofort auch kontrolliert.

WERDOHL ▪ In Werdohl fallen 30 Prozent mehr Sperrmüll pro Haushalt an als im Verbandsgebiet des ZfA üblich. Für Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel gibt es dafür nur eine Erklärung: Müll-Bürger von außerhalb entsorgen verbotener Weise in Werdohl.

Der Zweckverband für Abfallbeseitigung (ZfA) informiert seine Mitgliedskommunen regelmäßig über die Abfallmengen eines Jahres. Wie in den vergangenen Jahren ist es auffällig, dass bei zwei Mitgliedskommunen, darunter auch die Stadt Werdohl, im Vergleich zu den anderen Mitgliedskommunen mehr Abfall pro Einwohner anfällt als in den übrigen Städten

Mentzel: „Jeder, der für Verwandte oder Bekannte, die nicht in Werdohl wohnen, Müll entsorgt, trägt dazu bei, dass die eigene Abfallgebühr und die der übrigen Werdohler Gebührenzahler steigt.“ Es handele sich nicht um ein so genanntes Kavaliersdelikt: Die Sache stelle eine Ordnungswidrigkeit dar, die der ZfA mit einer Geldbuße bis zu 50 000 Euro ahnden könne.

Letztlich basiert die Abfallgebühr zu einem großen Teil auf der Tonnage der entsorgten Abfälle – sprich auf dem Gewicht. Wird Sperrmüll oder sonstiger Abfall, der nicht in Werdohl angefallen ist, hier entsorgt, steigt die Abfallgebühr entsprechend an.

Darum bittet die Stadt Werdohl erneut, „Mülltourismus“ nicht zuzulassen, da dieser Missbrauch jeden Werdohler finanziell belastet.

Vertrauen in die Einsichtsfähigkeit der Bürger ist gut, Kontrolle besser: Im Bringhof in Werdohl wird zukünftig verstärkt darauf geachtet, dass nur Bürger aus dem Verbandsgebiet des ZfA ihren Müll dort abgeben.

Im Zweckverband wird der Müll umlageorientiert berechnet. In der Nachbarstadt Neuenrade wird der Müll jedes einzelnen gewogen.

Volker Heyn

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