Gelenkbus-Fahrer verirrt sich in Eveking

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Ein Gelenkbus hatte sich am Sonntag in die Mühlenschlad verfahren. Erst nach rund sieben Stunden hatte er mit Hilfe eines Abschleppunternehmens den Weg zurück auf die Bundesstraße 236 geschafft.

Werdohl - Ein festgefahrener Gelenkbus hat am Sonntag in Eveking für reichlich Wirbel gesorgt. Rund sieben Stunden dauerte es, bis das lange Gefährt seine Fahrt fortsetzen konnte. Was für den Fahrer einem Albtraum gleichgekommen sein dürfte, war für die Anwohner eine unterhaltsame Angelegenheit: Viele verfolgten das Schauspiel mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit und Belustigung.

Das Drama nahm seinen Lauf am Sonntagmorgen gegen 10 Uhr, als der Fahrer des Gelenkbusses, mit dem das Burscheider Busunternehmen Kraftverkehr Gebrüder Wiedenhoff den Schienenersatzverkehr für das Bahnverkehrsunternehmen Abellio abwickelt, sein rund 18 Meter langes Fahrzeug durch das Versetal und schließlich in die Straße Mühlenschlad lenkte.

Hinweise von ortskundigen Fahrgästen, dass er diese Straße unmöglich befahren könne, soll der Fahrer ignoriert haben. Das allerdings konnte Wiedenhoff-Sprecher Fabian Hüpper nicht bestätigen. Tatsache ist allerdings, dass der Fahrer den Bus immer weiter in die als Sackgasse ausgewiesene Straße hinaufsteuerte, bis er schließlich an der Bushaltestelle etwas oberhalb des Spielplatzes ein Wendemanöver versuchte.

In ausweglose Lage manövriert

Nach mehreren Rangierversuchen musste der Busfahrer schließlich entnervt aufgeben: Er hatte den „Ziehharmonikabus“ in eine so ausweglose Lage manövriert, dass nur noch ein Abschleppunternehmen helfen konnte.

Außerdem schickte das Busunternehmen die firmeneigene Verkehrsaufsicht und den Werkstattdienst. Über Stunden versuchten Abschlepp-Spezialisten und Ersatzfahrer dann, den großen Bus Stück für Stück die steile und kurvenreiche Straße wieder herunterzufahren – zunächst etwa 350 Meter weit rückwärts, dann nach einem Wendemanöver noch einmal rund 300 Meter vorwärts bis zur Einmündung in die B229.

Nur drei Fahrgäste im Bus

Die drei Fahrgäste, die sich im Bus befanden, erhielten die Möglichkeit, ihre Fahrt mit einem Taxi fortzusetzen. Die Kosten dafür übernimmt das Busunternehmen. Das sei auch Anwohnern angeboten worden, die die durch den Bus blockierte Straße nicht verlassen konnten, sagte Wiedenhoff-Sprecher Hüpper. Eine Frau habe davon Gebrauch gemacht.

Ein neu eingesetzter Bus habe die weiteren Fahrten übernommen, wodurch es keine weiteren Fahrtausfälle gegeben habe.

Ursache menschliches Versagen

Doch warum ist der Busfahrer überhaupt von der eigentlichen Route des Schienenersatzverkehrs zwischen Plettenberg und Letmathe abgewichen und im Versetal gelandet? Dafür hat auch Hüpper keine Erklärung. „Wir haben detaillierte Vorkehrungen getroffen, damit so etwas nicht passiert. Alle dort im Einsatz befindlichen Fahrer haben eine detaillierte Einweisung erhalten. Zusätzlich befinden sich auf allen Fahrzeugen spezielle Navigationsgeräte, in denen feste Routen hinterlegt sind. Der betroffene Fahrer war schon mehrere Tage dort im Einsatz und kannte die Strecke. Der Vorfall ist auf menschliches Versagen zurückzuführen.“

Der Fahrer habe erkannt, dass er sich verfahren hatte, und nach einer Wendemöglichkeit gesucht. „Die Wahl der Straße Mühlenschad als Wendemöglichkeit war definitiv falsch“, räumte Hüpper aber ein.

In einer früheren Version des Artikels hieß es, der Bus sei schließlich wieder auf die B236 gefahren. Das war nicht richtig; vielmehr hätte es B229 heißen müssen. Wir haben die Passage korrigiert und bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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