SPD-Jubiläum möglichst mit Sigmar Gabriel

Sigmar Gabriel ist der Wunschkandidat für den Empfang zum 100-jährigen Bestehen der SPD Werdohl.

WERDOHL ▪ 2011 wird für Werdohl das Jahr großer Jubiläen: 150 Jahre Eisenbahn, 150 Jahre St. Michael-Gemeinde oder auch 75 Jahre Stadtrechte. Und auch die Werdohler Sozialdemokraten haben Grund zum Feiern: Der SPD-Ortsverein besteht dann 100 Jahre. Ein Ereignis, das zumindest in zwei Veranstaltungen entsprechend gewürdigt werden soll – im Rahmen eines Empfangs am 15. Mai in Verbindung mit einer Ausstellung und mit einem großen Familienfest am 16. Juli.

Klar ist, dass die SPD ihr Familienfest auf dem Brüninghaus-Platz feiern wird. Dazu, so Vorsitzender Andreas Späinghaus, habe man auch verschiedene Vereine um Mithilfe gebeten – wie etwa die Jugendfeuerwehr, die Awo oder den spanischen Kulturverein. „Wir werden bei der Durchführung des Festes entlastet und die Vereine haben die Möglichkeit, ihre Kasse mit zusätzlichen Einnahmen aufzufrischen“, argumentiert der SPD-Vorsitzende.

Unklar ist hingegen, wo die Werdohler Sozialdemokraten ihren Jubiläums-Empfang und die Ausstellung durchführen. Nach dem nicht nur aus SPD-Sicht unverständlichen Veto, für diese Zwecke die Stadtbücherei zu nutzen, „warten wir jetzt auf einen Vorschlag der Stadtverwaltung“, so Späinghaus. Immerhin habe der Bürgermeister versprochen, eine annehmbare Lösung zu suchen und zu finden.

Ungeachtet dessen laufen jedoch die Planungen für dieses Jubiläum auf vollen Touren. Im Visier hat die SPD auch einen prominenten Gast, doch so einfach ist das mit einer Zusage nicht. „Wir hatten auch Hannelore Kraft angeschrieben“, so Andreas Späinghaus, doch die habe abgesagt – mit dem Hinweis auf ihre Bundesrats-Präsidentschaft und der damit verbundenen, zusätzlichen Terminfülle.

Auch vom Bundesvorsitzenden Sigmar Gabriel „gibt es noch keine klare Rückmeldung“, obwohl er zweifelsfrei „unser Lieblingskandidat wäre“, so der Ortsvorsitzende. Mit dem SPD-Generalsekretär für Nordrhein-Westfalen, Michael Groschek, hätte man zwar noch eine weitere Option, doch zunächst heiße es erst einmal abwarten.

Wo auch immer das Jubiläum gefeiert wird: Die Ausstellung über 100 Jahre Werdohler SPD wird weiter vorbereitet. Alte Protokoll- und Mitgliedsbücher, Zeitungsausschnitte und natürlich Fotos und sonstige Dokumente werden derzeit von einem Arbeitskreis gesichtet.

„Wir haben kistenweise Ordner und müssen sehen, was sie enthalten“. Für den Vorsitzenden sowie Udo Böhme, Willi Jansen, Daniela Springob, Björn Walocha und Kriemhilde Kurt steht da noch einiges an Arbeit bevor. Am 5. Januar trifft sich der „Arbeitskreis 100“ erneut, um aus dem bestehenden Fundus die Höhepunkte der Werdohler SPD herauszufiltern.

Dabei machen sich Kriemhilde Kurt (deren Vater und Großvater schon Geschichte in der Werdohler SPD geschrieben haben) und ihr Mann Hans-Dieter besondere Mühe. Sämtliche noch in Sütterlin verfassten Uralt-Dokumente werden in Normalschrift „übersetzt“, damit die Inhalte für jedermann erfassbar sind.

In der Ausstellung, so verrät Andreas Späinghaus nichts Neues, „werden wir die Eckpunkte unserer Politik darstellen“. Dazu gehört zweifelsfrei der Einsatz um und für die Gesamtschule und die Erfolgsphase, die zu einer lange Jahre währenden absoluten Mehrheit im Rat geführt hat. Aber, so der Vorsitzende: „Es geht nicht darum, die SPD durch eine rosarote Brille zu betrachten.“ Es wird auch verdeutlicht, dass es innerhalb der Partei nicht immer Einigkeit und Eintracht gab.

Rainer Kanbach

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