Sparversammlung mit wenigen Vorschlägen

Vielleicht 40 Gäste waren gestern in den Bürgerhaussaal gekommen, um sich vom Bürgermeister über den Stärkungspakt Stadtfinanzen informieren zu lassen. Viele davon waren Ratsmitglieder, denen die noch nicht veröffentliche Einsparliste bekannt ist.

WERDOHL ▪ Knapp vierzig Männer und Frauen waren Montagabend auf Einladung des Bürgermeisters in den Bürgerhaussaal gekommen, um sich über den Stärkungspakt Stadtfinanzen informieren zu lassen. Wesentliche Vorschläge aus den Reihen der Bürger gab es keine.

Nach 55 Minuten beendete Bürgermeister Griebsch den Abend, etwa eine halbe Stunde davon hatten er und Dr. Klaus-Peter Tim-Arnold von der Gemeindeprüfungsanstalt GPA den Fahrplan zu einem ausgeglichenen Haushalt in 2021 vorgestellt. Konkrete Zahlen wurden – wie bereits angekündigt – nicht genannt. Griebsch: „Wir haben ganz bewusst unsere Liste nicht veröffentlicht.“ Die Bürger sollten vollkommen frei Vorschläge machen, wie in den kommenden Jahren Millionenbeträge in Werdohl eingespart werden können. Die den Politikern (von denen etwa ein knappes Dutzend unter den Gästen weilte) bereits bekannte Liste sei aber kein Geheimnis und werde später veröffentlicht.

Für den Schwimmverein 08 sprach Peter Guder. Er wünschte sich den Erhalt von Frei- und Hallenbad und schlug vor, zur Energieeinsparung nachts eine Abdeckung über das Freibad zu ziehen.

Ein Werdohler regte an, aus dem kostenträchtigen interkommunalen Gewerbegebiet Rosmart auszusteigen. Eine Werdohlerin schlug vor, die Eintrittspreise für das Hallenbad etwas anzuheben. Ein anderer machte Vorschläge zur Energieeinsparung, es könnten doch städtische Autos mit Gas oder Strom betrieben werden. Die Beleuchtung städtischer Straße und Gebäude könne mit LED erfolgen. Anstelle von Briefen könne die Stadt E-Mails verschicken. Der Verwaltungsaufwand sei manchmal zu groß: „Da kommt der Bau- und Wegeausschuss und guckt mit fünf Mann, wo eine Bank aufgestellt werden kann.“

WBG-Ratsherr Kreikebaum schlug vor, alle Ratsmitglieder sollten auf ihre Bezüge verzichten: „Das könnte man ehrenamtlich durchziehen.“ Auch auf den ersten und zweiten stellvertretenden Bürgermeister solle verzichtet werden, die Aufgaben könnten Bereichsleiter aus dem Rathaus übernehmen. Der Vorschlag sei sein persönlicher und nicht mit seiner Fraktion abgestimmt, sagte er.

Auf Nachfrage von CDU-Ratsherrn Bettelhäuser wiederholte der Bürgermeister, dass die Grundsteuer und die Gewerbesteuer erhöht werden müssten, falls die Sparziele nicht erreicht würden. Griebsch meinte, dass Eintrittspreis- und Gebührenerhöhen eine kleine „Stellschraube“ seien, Steuererhöhungen eine große. Eine Grundsteueranhebung sei seiner Meinung nach am gerechtesten, da sie alle Bürger gleichermaßen treffe.

SPD-Ratsmitglied Rolf Neuhäuser sprach von „kleinen Summen“, über die in der Runde gesprochen werde. „Mit Steuererhöhungen werden wir den Haushalt nicht retten“, sagte er. Er forderte von der GPA Einflußnahme auf das Land.

Danach bedankte sich Bürgermeister Griebsch und wünschte allen einen schönen Abend, verbunden mit dem Hinweis, weitere Sparvorschläge unter post@werdohl.de zu schicken.

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