Spannendes Konzert

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Professor Johannes Geffert (Köln) war der große Lehrmeister von Marion Jeßegus und nicht zum ersten Mal in Werdohl zu Gast.

WERDOHL - Ein außergewöhnliches Konzerterlebnis mit erfahrenen und bekannten Künstlern erwarte die Besucher – so hieß es in der Ankündigung zur traditionellen Advents- und Weihnachtsmusik. Was den zahlreich erschienenen Zuhörern dann jedoch am Sonntagabend in der Christuskirche geboten wurde, übertraf alle Erwartungen und bestätigte erneut, dass Marion Jeßegus als frisch gekürte Kantorin und Gesamtleiterin immer wieder Wege findet, eine Steigerung zu finden und die Messlatte für künftige Veranstaltung noch ein wenig höher zu legen.

Gelungen ist das – auch – dank prominenter Unterstützung, denn einmal mehr war Professor Johannes Geffert aus Köln zu Gast; eben jener Mann, der Jeßegus einst das Rüstzeug für ihre erfolgreiche Karriere vermittelt hatte. Mit im Boot war auch das Klarinetten-Ensemble Chalumeau unter der Leitung von Musikschul-Chef Martin Theile, der mit seinen Mitstreitern Patricia Simon-Wegener, Christa Woschée und Achim Aderholz besondere, auch zarte und einfühlsame Kompositionen präsentierte, bei denen jeder Zuhörer eigene, individuelle Bild-Phantasien entfalten konnte.

Nach einem Orgel-Solo mit Professor Geffert folgten mit „Macht hoch die Tür“, „Wie soll ich Dich empfangen“ sowie „Und so grüßte der Himmel die Erde“ adventlich-weihnachtlich geprägte Kompositionen – entweder ausschließlich vom Christuskirchen-Chor vorgetragen oder in Begleitung durch Orgel und Klarinetten. Einer der Höhepunkte: Die Liedsätze „Gaudete I“ und „Gaudete II“ des schwedischen Komponisten Anders Öhrwall. Zwei Beispiele, die sehr gut geeignet sind, um zu zeigen, wie Musik ein Kirchenschiff erfüllen kann.

Die Advents- und Weihnachtsmusik unter der Leitung von Jeßegus wäre nicht das Ereignis gewesen, wenn es nicht besondere musikalische Leckerbissen zu bieten gehabt hätte. Schon im April dieses Jahres – zum 125-jährigen Bestehen des Christuskirchen-Chores – war den Besuchern eine Komposition für zwei Orgeln (Empore und Altarraum) präsentiert worden. Dieses Mal ging es noch einen Schritt weiter, angeknüpft an das vorige gemeinsame Konzert der Organisten und des Klarinetten-Ensembles vor zwei Jahren. Die Idee: Ein Stück für zwei Tasteninstrumente und Klarinetten. Das Publikum kam in den Genuss, das Konzert 1 c-moll BWV 1060 von Johann Sebastian Bach für zwei Cembali und Holzbläser (statt der eigentlich gedachten Streicher) zu erleben; entsprechend arrangiert von Jeßegus.

Es versteht sich nach jahrzehntelanger Tradition von selbst, dass die Besucher in der Christuskirche bei einigen Liedern in das Konzert mit einbezogen wurden. Die Lesungen von Pfarrer Martin Buschhaus hatten – wie konnte es anders sein – die Weihnachtsgeschichte zum Inhalt.

Das Finale freilich gehörte wiederum Professor Geffert, der mit seinem Orgel-Solo der Königin der Instrumente einmal mehr Melodien entlockte, die man sonst in der Kirche kaum zu hören bekommt. So bleibt am Ende nur eins: Allen Akteuren des Sonntagabends ein großes Dankeschön für ein musikalisch gesehen spannendes und ebenso genussvolles Konzert.

Von Rainer Kanbach

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