Die spannende Suche nach einem Mörder

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Tom Deininger überzeugte als Major Metcalf. ▪

WERDOHL ▪ Als sich am Donnerstagabend der Vorhang im großen Festsaal der Albert-Einstein-Gesamtschule am Riesei öffnete, bekam das Publikum die typisch britische Einrichtung einer kleinen Pension zu sehen und gleichzeitig stieg die Vorfreude auf einen unterhaltsamen Abend mit dem Berliner Kriminal Theater, das am Riesei das Kriminalstück „Die Mausefalle“ von Agatha Christie aufführte. „Die Mausefalle“ nimmt eine Ausnahmestellung in der langen Liste der weltweit erfolgreichsten Theaterstücke ein. Im Londoner West End wird das Christie-Werk seit 1952 aufgeführt – ununterbrochen.

Das Berliner Kriminal Theater machte zur Freude der heimischen Kulturfreunde während seiner Tour durch NRW Station am Riesei und verwöhnte die vielen Gäste mit einer überaus authentischen Interpretation. Unter der Leitung von Regisseur Wolfgang Rumpf versprühten das Schauspielensemble aus der Bundeshauptstadt den Charme der großen Bühnen. „Schauspielerisch absolut überzeugend“, waren sich manche Besucher schon in der Pause nach dem ersten Akt einig und attestierten der „Mausefalle“ eine herausragende Stellung im Kulturkalender.

Zwei Charaktere ragten aus einer durchaus überzeugenden Gesamtleistung heraus. Mr. Paravicini, gespielt von Wolfram von Stauffenberg, und Major Metcalf, dessen Charakter von Tom Deininger mit Leben gefüllt wurde, hinterließen einen bleiben Eindruck. Von der Körpersprache über die Mimik bis hin zum sprachlichen Ausdruck glichen deren Darbietungen einem schauspielerischen Leckerbissen, wobei auch Hakan Atkin ganz vortrefflich in den sonderbaren Charakter des Architekten Christopher Wren schlüpfte.

Wer hat es getan? Mit dieser Frage beschäftigte sich nicht nur Sergeant Trotter, der versuchte, den Mörder zu entlarven. Auch die Gäste im Publikum verfolgten, wie sich die Handlung auf der Bühne entwickelte. Zugegeben, bei dem Stück handelt es sich um eine der bekanntesten Aufführungen weltweit, weshalb das Ende für viele belesene Besucher wahrscheinlich nicht überraschend war. Nichtsdestotrotz gehört das Kriminalstück zu den Werken, die sich einer ungebrochenen Beliebtheit erfreuen.

Nachdem die fünf Gäste in der Pension Monkswell Manor ihr Quartier bezogen hatten, folgte die Phase, in der die Charaktere ihre Eingenarten offenbarten. Im Radio war derweil zu hören, dass die Polizei einem Mörder auf der Spur sei. „Normale Statur, dunkler Mantel, heller Schal und Hut“ lautete die Beschreibung, die natürlich auf mehrere Personen zutraf. Entsprechend spannend gestaltete sich die Suche nach dem Mörder, der am Ende des ersten Aktes erstmals in der Pension zuschlug und der unsympathischen Mrs. Boyle kurzerhand den Garaus machte. Der Besuch hat sich zweifelsohne gelohnt, das Berliner Kriminal Theater hat seinen guten Ruf mit einer starken schauspielerischen Leistung bestätigt. ▪ Markus Jentzsch

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