„Spanier spielen überragenden Fußball“

Antonio Herrero-Ruiz zeigt Flagge. Der Spanier glaubt aber, dass die Italiener im Endspiel ein unangenehmer Gegner sein werden.

WERDOHL ▪ „Ich habe so laut gejubelt, als Spanien ins Finale einzog“, erinnert sich Antonio Herrero-Ruiz, „dass die Nachbarn am Morgen berichteten, dass sie mich gehört hätten.“ Von Michael Koll

Geboren wurde der 37-Jährige in der Werdohler Stadtklinik. Er hat aber einen spanischen Pass. „Die Spanier spielen im Moment einen schönen, überragenden Fußball“, ist er stolz.

Für das Finale wagt er aber keinen Tipp, denn die EM-Leistungen seiner Nationalmannschaft sind zu unbeständig. „Wenn sie wie gegen Frankreich spielen, dann schlagen wir auch Italien 2:0“, hofft er. „Doch wenn sie wie gegen Portugal spielen, oh, das ging ja gar nicht“, befürchtet er gleichzeitig.

Und er erinnert sich ans Unentschieden gegen Italien in der Vorrunde. „Das wird morgen sehr schwer.“ Deshalb wäre ihm Deutschland als Finalgegner auch lieber gewesen, sagt er und lacht. „Die Italiener sind unangenehmer zu spielen.“ Gegen die deutsche Elf, so glaubt Herrero-Ruiz, wäre den Spaniern der Titel sicher gewesen.

Wenn Spanien nicht spielt, dann feuert er die deutsche Mannschaft an. Als seine deutsche Freundin am Donnerstag sechs, sieben Minuten vor Schluss den Fernseher umschaltete, „bin ich ins Schlafzimmer und habe weiter mit ihnen gefiebert. Ehrlich, das war schon ein schönes Spiel“.

Am Morgen hat er dann aber seine deutschen Arbeitskollegen im Werdohler Autohaus Schauerte aufgezogen: „Mit acht, neun Bayern-Spielern, das konnte ja nichts werden. Die gehen ja immer als zweiter Sieger vom Platz“, habe er gefrotzelt. „Reus hätte von Anfang an spielen müssen“, vermutet Herrero-Ruiz.

Im Ganzen sei die EM aber recht langweilig gewesen. Gute Spiele gab es wenig. Das Endpiel guckt er zuhause mit seinen Eltern, die Ende der 60er-Jahre nach Deutschland kamen.

Seine Heimat besucht Herrero-Ruiz nach Möglichkeit einmal im Jahr. Dort hat er noch einige Verwandte.

Nach seinem Lieblingsspieler in der spanischen Nationalmannschaft gefragt, überlegt der 37-Jährige – und sagt dann: „Immer noch Raúl“. So sei es für ihn als Schalke-Fan auch eine Sensation gewesen, diesen Altstar nun einige Male live gesehen zu haben.

Einen Wunsch hat er aber noch: Sein spanisches Lieblingsteam ist Real Madrid – „und die habe ich leider noch nie im Stadion erlebt“.

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