Sozialzentrum: 60 000 Euro für die Herrichtung

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Im Sommer 2010 nahmen die Kinder Abschied von ihrer Schule. ▪

WERDOHL ▪ Die bauliche Herrichtung des von der Evangelischen Kirchengemeinde geplanten Sozialzentrums in der Schulstraße 16 kostet rund 60 000 Euro. Diesen Betrag soll die Stadt übernehmen, er sei durch Umschichtungen im Gebäudeunterhaltungsbudget gesichert. Die Verwaltung erwartet am Montag im Rat die politische Zustimmung.

Bislang war von lediglich 5000 Euro die Rede, die für die Sanierung der Heizung in dem seit einiger Zeit leer stehenden Gebäude aufgewandt werden müssen. In einer gestern veröffentlichten Vorlage für den Rat am Montag sind die Gesamtkosten mit 60 000 Euro beziffert. Probleme hat das als „Rote Schule“ bekannte Gebäude, in dem bis zum vergangenen Sommer die evangelische Grundschule untergebracht war, mit dem Brandschutz.

Das städtische Bauamt hat die Mindestvoraussetzungen laut Bauordnung NRW zum Personenschutz zusammengefasst: Ein Treppenraum mit Rauch- und Feuerschutzabschlüssen müsse eingerichtet werden, eine automatische Brandmeldeanlage gehöre zum Standard und die Ausrüstung mit Feuerlöschern, Hinweiszeichen für Flucht- und Rettungswege sowie ein Brandschutzplan sei obligatorisch.

Um das Gebäude für die Grundanforderungen des Brandschutzes aufzurüsten, rechnet die Stadt mit 43 000 Euro Kosten. Um für das Erdgeschoss Barrierefreiheit zu erzielen, müsse eine Rampe eingebaut und die Toiletten behindertengerecht umgebaut werden. Dafür sind weitere 10 000 Euro veranschlagt. Die Stadtverwaltung rechnet die bereits bekannten Instandsetzungsarbeiten an der Heizung hinzu und kommt so auf die Summe von 60 000 Euro.

In der Vorlage wird deutlich darauf hingewiesen, dass dabei nötige Renovierungsarbeiten im Gebäude nicht eingerechnet seien. Die Arbeiten will die Kirchengemeinde selbst leisten, dazu ist ihr eine Fördermaßnahme durch die Arbeitsagentur bewilligt worden.

Für den Rat wird sich die Frage stellen, ob eine Nothaushaltskommune mit drohender Überschuldung eine solche freiwillige Leistung in Höhe von 60 000 Euro übernehmen darf. Bürgermeister Griebsch hatte mit diesem Hinweis erst in jüngster Zeit anderen politischen Forderungen eine Absage erteilt.

Anfangs hieß es, dass das Haus aus haushaltsrechtlichen Gründen der Kirche nicht kostenfrei überlassen werden könne. Durch die danach zugesagte Beteiligung der Kirche an den Bewirtschaftungskosten würden bei voller Belegung des Gebäudes rein rechnerisch ein Viertel der Heizkosten getragen. Die Rote Schule steht bis auf eine Dachgeschosswohnung leer und kostet monatlich 920 Euro Bewirtschaftungskosten.

Wohl vorsorglich werden deshalb in der Vorlage Argumente für den Betrieb genannt. Ein Sozialzentrum sei sowohl aus städtebaulicher als auch sozialpolitischer Sicht sinnvoll, schreibt die Verwaltung. Die Kosten der Stadt für das zurzeit leer stehende Gebäude würden sich zukünftig verringern. Weder ein Abriss mit nachfolgender Vermarktung des Grundstückes noch ein Verkauf seien realistisch.

Volker Heyn

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