Soziales Beratungszentrum seit zehn Jahren vor Ort

Die Experten bieten Tipps und Hilfe für alle Bürger im Beratungszentrum. ▪ Fraune

WERDOHL ▪ Das Soziale Beratungszentrum ist seit einem Jahrzehnt im Bürgerhaus beheimatet. Zwar gibt es hier eine Vielzahl von Diensten, doch bewusst ist das längst nicht allen. Evangelia Kasdanastassi, Koordinatorin des Netzwerkes, moniert: „Sogar Ämter wissen nicht, was für Ressourcen in diesem Gebäude stecken.“

Unter einem Dach vereint sind Angebote der Arbeiterwohlfahrt, der Caritas und des Diakonischen Werkes. Diese reichen von der Beratung für Schwangere, Eltern, Migranten, Schuldner bis zu Arbeitslosen. Der Clou: Ein Drittel von Ratsuchenden kann innerhalb des Hauses zu einem weiteren Angebot gelotst werden. Die Wege in dem Gebäude Schulstraße 2 sind kurz, die Kommunikation zwischen den Experten gegeben.

In verschiedenen Runden tauschen sich diese aus. Migrationsberaterin Kasdanastassi trifft dann auf die Schuldnerberaterin Ulrike Weißberg von der Arbeiterwohlfahrt oder auch die Eltern-, Kind- und Jugendlichen-Beraterin Dorothea Stadermann vom Caritasverband. Mit am Tisch sitzen dann auch Birgit Schmitt von der phsycholgischen Beratungsstelle des Diakonischen Werkes, die bei der Klärung familienbezogener und individueller Probleme Tipps und Hilfestellung gibt. Die Liste ist der Beteiligten und der Hilfsangebote ist lang.

Knackpunkt: Dies ist selbst nach zehn Jahren am Standort noch nicht so recht in den Köpfen der Werdohler angekommen, erklären die Verantwortlichen. „Wir merken, dass die Leute nicht wissen, was das Soziale Beratungszentrum ist.“ Dabei sei es in der heimischen Region eine Seltenheit, dass sich die Träger mit ihren Diensten unter einem Dach befinden. „Auch in der Werdohler Verwaltung wissen einige nicht, was für Fachdienste hier sind“, musste die Koordinatorin des Netzwerkes erfahren.

Selbstkritisch gesteht Kasdanastassi zugleich ein, dass die Außendarstellung des Beratungszentrums deutlich verbesserungswürdig ist. „Wenn man sich nicht zeigt, kann man nicht gesehen werden.“ Ein Schaukasten soll nach zehn Jahren in den nächsten Wochen zumindest aufgebaut werden. Weiter fehlt es aber an einer zentralen Telefonnummer, unter der die Ratsuchenden zum passenden Ansprechpartner vermittelt werden. Auch eine gemeinsame Internetseite findet sich im world wide web nicht.

Einen Umzug der Beratungsleistungen in die Rote Schule, wie Anfang dieses Jahres geplant, doch verworfen wurde, hätte nach Ansicht der Aktiven zwar den Vorteil, eventuell stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken. Gleichzeitig könne man sich dort verlieren, den Netzwerk-Charakter einbüßen, so die Einschätzung. „Hier ist es familiärer“, blickt Schuldnerberaterin Weißberg daher auf die Vorzüge. Die Familienberaterin Schmitt ergänzt: „Die Werdohler Bürger können stolz auf dieses Angebot sein.“

Und die Ziele für die nächsten zehn Jahre sind bereits ins Auge gefasst: eine gemeinsame Internetpräsenz, die Bekanntheit bei Bürgern und Ämtern steigern sowie in ferner Zukunft einmal ein interdisziplinäres Beratungsangebot liefern. ▪ Marco Fraune

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