Sortierbetrieb stillgelegt

Ein ganzer Berg geschrotteter Fernseher liegt auf einem Gelände an der Dammstraße. PC-Monitore, Autoreifen und anderer (Sonder-)Müll lagern ein paar Meter weiter.

WERDOHL ▪ Ein aufmerksamer Bürger hat jetzt einen illegalen Sortierbetrieb an der Dammstraße – am ehemaligen Schützenhof, jetzt Restaurant Vier Jahreszeiten – aufgedeckt. Von Michael Koll

Der Bürger beschwerte sich bei der Stadt über Lärm, der von einer Schredder-Maschine ausging. Das Ordnungsamt ging dem nach und meldete den Betrieb beim Märkischen Kreis.

Dieser fand dort Computer-Monitore, Fernseher, Autoreifen und weiteres Material, welches als Sondermüll gilt – und zwar in erheblichen Umfang. „Der Betreiber hatte zwar ein Gewerbe angemeldet, aber an einem ganz anderen Ort“, erklärte Klaus-Peter Isenberg von der Abteilung Technischer Umweltschutz beim Märkischen Kreis. Der Betreiber der somit ungenehmigten Anlage, so Isenberg weiter, sei nicht-deutscher Herkunft und wohnhaft an der Dammstraße.

Eine Genehmigung eines Sortierbetriebes für Materialien, die wenigstens teilweise Sondermüll sind, könne an der Dammstraße nach Auskunft der Unteren Wasserbehörde auch nicht erteilt werden. Denn hier – in unmittelbarer Nähe zur Lenne – handele es sich um ein Überflutungsgebiet.

„Zum 24. Juni haben wir den Betrieb stillgelegt und die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.“ Noch bis zum 30. Juli habe der Betreiber der Anlage nun Zeit, um Entsorgungsnachweise vorzulegen. „Doch wir haben gerade am Montag festgestellt, dass etwa die Anzahl der PC-Monitore deutlich angestiegen ist, die dort lagern“, vermutet der Mitarbeiter des Märkischen Kreises, dass der Betrieb weiter aufrecht erhalten wird.

Deswegen muss der Werdohler Betreiber nun mit einem Zwangsgeld rechnen, „denn er ist der Ordnungsverfügung zur Stilllegung möglicherweise nicht nachgekommen“. Des Weiteren wird der Märkische Kreis in der kommenden Woche eine Firma beauftragen, den Sondermüll zu entfernen. „Die Entrümpelungskosten gehen dann auf das Konto des Betreibers“, verdeutlichte Isenberg.

„Hunderte Monitore“ lagerten momentan noch an der Dammstraße schätzt Isenberg. „Das gibt zusammen bestimmt drei bis vier Container voll.“ Woher die Wertstoffe stammen, hat der Betreiber der Sortieranlage bisher nicht offen gelegt. Eine Anhörungsfrist habe der Mann ohne Antwort verstreichen lassen.

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