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Ausverkauft: Stromerzeuger für Private kaum noch zu bekommen

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Von: Maximilian Birke

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Ausverkauft, ausverkauft, ausverkauft, ausverkauft: Stark nachgefragt sind – hier im Aldi-Onlineshop – Stromerzeuger, mit denen im Fall eines Blackouts die Versorgung kritischer Geräte im Haus sichergestellt werden kann.
Ausverkauft, ausverkauft, ausverkauft, ausverkauft: Stark nachgefragt sind – hier im Aldi-Onlineshop – Stromerzeuger, mit denen im Fall eines Blackouts die Versorgung kritischer Geräte im Haus sichergestellt werden kann. © dpa

Nicht nur Kommunen wappnen sich dieser Tage für einen möglichen Blackout im Winter, indem sie Notstromaggregate anschaffen oder reaktivieren und die Einrichtung von Kriseninformations- und Erste-Hilfe-Zentren (KIEZ) planen. Auch Privatpersonen bereiten sich auf den Winter vor, bevorraten zum Beispiel Lebensmittel und Trinkwasser. So mancher kommt dabei auch auf die Idee, ein kleines Stromaggregat für den Eigenbedarf zu beschaffen. In Discountern und Baumärkten sind solche Geräte zu bekommen. Wir sprachen mit den Händlern darüber, wie sich die Nachfrage verändert hat.

Lennetal/Lüdenscheid – Eine konkrete Antwort darauf lieferte Dennis Boczek, Sprecher der Aldi Nord-Gruppe: „Stromgeneratoren gehören zu den üblichen Aktions-Angeboten von Aldi im Onlineshop. Aufgrund der derzeitigen Situation ist die Nachfrage sehr hoch.“ Boczek schränkt allerdings ein, dass die Aggregate schon vor der Energiekrise durchaus gefragt gewesen seien und sich gut verkauften. „Nicht auszuschließen ist zudem, dass auch gewerbliche Kunden unsere Angebote, aufgrund des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses, erwerben. Unsere Angebote richten sich sowohl an Kunden, die ein Gerät zum günstigen Preis erwerben möchten, um kurze Energieausfälle auszugleichen, als auch an diejenigen, die diese Geräte über eine längere Dauer einsetzen möchten, zum Beispiel für Schrebergärten, Baustellen oder Camping.“

Von einer starken Nachfrage nach Stromaggregaten berichtet auch Jens Hilgert vom Hagebaumarkt Arens und Hilgert in Neuenrade. „Seit Kriegsausbruch ist die Nachfrage nach Stromaggregaten ungebrochen hoch“, sagt er. Der Kriegsbeginn sei im Konsumverhalten unmittelbar spürbar gewesen. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Geräte oft noch verkauft oder auch gespendet, um damit Hilfsprojekte in der Ukraine zu unterstützen.

Einige Monate später zeichnete sich ab, dass es eine Energiekrise geben wird. Daraufhin habe es einen erneuten Zuwachs bei der Nachfrage nach Generatoren gegeben, erklärt Jens Hilgert, diesmal wohl eher für den Eigenbedarf. „Oft haben Kunden die Geräte für den Spätsommer oder Herbst vorbestellt. Das hat auch gut geklappt und die Produkte waren pünktlich da.“ Große Aggregate, mit denen ein Haus versorgt werden kann, gibt es im Hagebaumarkt nicht. Zu den stärkeren Geräten zählt ein Stromerzeuger mit einer maximalen Ausgangsleistung von 3200 Watt. Damit können im Fall eines länger andauernden Stromausfalls aber zum Beispiel ein Kühlschrank und eine Gefriertruhe versorgt werden. „Darüber wie sie kritische Geräte in ihrem Haus mit Strom versorgen können, machen sich einige Leute derzeit Gedanken, das merkt man schon“, sagt Reimund Klöwer, stellvertretender Marktleiter von Arens und Hilgert.

Problematisch sei jedoch, dass dabei von den Kunden nicht immer bedacht wird, auch ausreichend Treibstoff zu bevorraten. „Es gibt Kunden, die sich hier ein Stromaggregat für 800 Euro kaufen, dann aber nur zwei Flaschen Treibstoff mitnehmen“, sagt Klöwer. Der Hagebaumarkt vertreibt spezielles Alkylatbenzin, das problemlos über mehrere Jahre haltbar ist und zudem emissionsfrei verbrennt. Mit einem Literpreis von mehr als vier Euro ist es allerdings auch nicht günstig. Apropos Preise: Die Kosten für Stromerzeuger seien nicht analog zur Nachfrage gestiegen, berichtet Reimund Klöwer. Lediglich die steigende Inflationsrate mache sich hier bemerkbar.

Die Lidl-Pressestelle betont, dass „zu Kundenverhalten und zur Sortimentgestaltung grundsätzlich keine Angaben“ gemacht würden. Sprecherin Yasemin Tekin lässt dafür aber durchblicken: „Im Falle eines länger andauernden Blackouts, gibt es in unseren Filialen ein Notfallkonzept. Grundsätzlich sind für gekühlte oder tiefgekühlte Produkte kurze Stromausfälle unproblematisch. Ein großflächiger Blackout würde alle kritischen Infrastrukturen betreffen. In einem solchen Notfallszenario arbeiten wir eng mit dem Bund, Ländern und den Kommunen zusammen.“

Noch keine genauen Zahlen zum Kaufverhalten der Kunden in Bezug auf Stromgeneratoren liegen der Pressestelle der Baumärkte-Kette Obi vor. „Ob wir für unsere Märkte über saisonale Unterschiede hinausgehende, erhöhte Abverkäufe von Produkten haben, und falls ja, in welchem Maße, werden wir erst in einigen Wochen und Monaten zuverlässig analysiert haben“, teilt Sprecher Thilo Schwarz mit.

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