Soppe trotz Dürre voller Leben

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Fabian Fester und Jan Eickerling zählten gestern zum dritten Mal in dieser Saison die Fische in der Soppe. Fester war mit dem E-Fisch-Gerät im Wasser unterwegs, Eickerling dokumentierte.

Werdohl - Die beiden Umweltwissenschaftler aus Bielefeld waren gerade einmal eine Stunde in Werdohl an der Soppe unterwegs und konnten schon feststellen, dass sich der Aufwand zur Renaturierung des Lenne-Nebenarms voll gelohnt habe.

Trotz der anhaltenden Trockenheit der vergangenen Wochen sei stets Wasser durch die Soppe geflossen und habe zum Teil seltenen Fischarten Lebensraum gegeben. 

Fabian Fester und Jan Eickerling arbeiten für ein privates Büro für Umweltplanung, Gewässermanagement und Fischerei (Bugefi) in Bielefeld. Die beiden jungen Männer waren zum ersten Mal in Werdohl an der Soppe, vorher hat es schon zwei solcher Kontrollbesuche durch das Bugefi gegeben. 

Von der Stadt beauftragt

Die Stadt Werdohl hat das Büro beauftragt, vier Mal in diesem Jahr den Fischbestand in der Soppe zu untersuchen. Damit soll geklärt werden, ob sich die Investition in den Umweltschutz fachlich gelohnt hat. Die beiden führten am Mittwochein sogenanntes Erfolgsmonitoring durch. Mit der reinen Fischzählung und der späteren Aufarbeitung der Daten des ganzen Jahres will man erfahren, ob vielleicht noch Veränderungen nötig sind. 

Trotz des extrem trockenen Sommers läuft noch genug Frischwasser aus der Lenne durch den Durchstich in die Soppe.

Fabian Fester arbeitete mit einem E-Fisch-Gerät. Im Rucksack ist der Akku, das Steuergerät ist umgehängt. Im Wasser hängt eine Kupferkathode, am Kescher ist die Anode befestigt. Strom zwischen Kathode und Anode sorgt für ein elektrisches Feld, das die Fische schonend betäubt und direkt in den Kescher treibt. Die Tiere müssen nicht angefasst werden und können nach der kurzen Betäubung unbehelligt weiterleben. 

Erfassung mit Stift und Papier

Die Fische, ihre Art und Größe erkennt der speziell ausgebildete Biologe sofort, die Beobachtungen ruft er seinem Kollegen zu, der mit Stift und Papier die Daten erfasst. 

Eines ließe sich schon nach ganz kurzer Beobachtungsdauer sagen: Ziel sei gewesen, an 280 Tagen fließendes Wasser in der Soppe zu haben. „Dieser heiße und trockene Sommer war sozusagen die Feuerprobe“, meint Fester. Dieses Soll sei definitiv erfüllt worden. 

Und auch der Artenreichtum sei groß. Das E-Fisch-Gerät habe zahlreiche Bachneunaugen ans Tageslicht gefördert. Dieser Fisch – eine durch die europäische FFH-Richtlinie geschützte Art – lebt im Sediment vergraben, das es nur in der Soppe und nicht in der Lenne gebe.

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