Soppe: Schlamm-Entsorgungskosten sind kaum kalkulierbar

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Die Soppe wird jetzt durch frisches Lennewasser durchströmt, das war Ziel der Renaturierungsmaßnahme. Der Schlamm, der vorher aus dem Bett der Soppe ausgebaggert werden musste, hat allein 50.000 Euro Entsorgungskosten verschlungen.

Werdohl - Das Ergebnis der Renaturierungsmaßnahme an der Soppe ist mehr als zufriedenstellend. Das berichtete Peter Erwig von der Hochbauabteilung der Stadt den Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung am Dienstag.

Voraussichtlich werde die Soppe künftig das ganze Jahr über Wasser führen, erläuterte Erwig und erklärte, dass man damit nicht gerechnet habe. Allerdings gibt es einen Wermutstropfen, der auch bei künftigen Renaturierungsmaßnahmen im Zuge der Wasserrahmenrichtlinie – jetzt heißt diese „Lebendige Gewässer“ – eine große Rolle spielen könnte: Die Entsorgungskosten sind enorm gestiegen. 

„Wir können keinen Kubikmeter Boden mehr zur Deponie bringen ohne eine Deklarationsanalyse“, berichtete Peter Erwig. Wenn sich herausstelle, dass der Bodenaushub belastet sei, müsse die Stadt für dessen Entsorgung tief in die Tasche greifen. 

Schwermetalle im Bodenaushub

So habe die Entsorgung im Rahmen der Soppe-Maßnahme 50.000 Euro gekostet, die Entsorgungskosten für die Renaturierung der Verse in Altenmühle beliefen sich laut Erwig sogar auf 63.000 Euro – im Bodenaushub waren Schwermetalle enthalten.

„Das Problem ist, dass die Analysen immer feiner werden und die Gesetzgebung immer strenger“, stellte Erwig fest. Und dieses Problem komme nicht nur bei Renaturierungen auf die Stadt zu. „Es betrifft jede Maßnahme, bei der Bodenaushub anfällt“, sagte der Mitarbeiter der Hochbauabteilung. 

"Sprechen hier über Steuergelder"

Wenn Verdacht auf eine Bodenbelastung bestehe – beispielsweise durch einen Eintrag im Altlastenkataster oder einen Hinweis – gebe die Stadt zunächst eine Referenzanalyse in Auftrag. „Damit wir wissen, was auf uns zukommt“, erklärte Erwig. Sollte sich künftig im Zuge einer Referenzanalyse herausstellen, dass der Boden stark belastet ist, müsse man die geplante Maßnahme grundsätzlich überdenken: „Die Entsorgungskosten sind kaum kalkulierbar.“ 

Auch wenn Renaturierungsmaßnahmen in der Stärkungspakt-Kommune Werdohl mit 90 Prozent bezuschusst würden und der Löwenanteil aus Landesmitteln bereit gestellt werde, sei dann längst nicht mehr alles sinnvoll. Erwig: „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir hier über Steuergelder sprechen.“

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