Eltern stehen Schlange für Platz beim Ferienspaß

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Einmal im Jahr stehen die Eltern vor dem Jugend- und Bürgerzentrum Schlange, um ihre Kinder für das Sommerferienprogramm anzumelden. So war es auch diesmal wieder: Nur wer früh genug da ist, kann ganz sicher sein, einen der begehrten Betreuungsplätze zu ergattern.

Werdohl - „So lange habe ich im vergangenen Jahr nicht einmal für meine Kinder an der Wildwasserbahn angestanden“, stellt eine Werdohlerin augenzwinkernd fest, die in der langen Schlange vor der Tür des Jugend- und Bürgerzentrums steht.

Dagegen ist die Mutter, die schon seit kurz vor 13 Uhr wartet, um ihr Kind für die Sommerferienbetreuung anmelden zu können, nicht mehr zu Scherzen aufgelegt: „Dieser Aufwand steht in keinem Verhältnis zur Sache. Aber wenn man auf Betreuung angewiesen ist, hat man keine andere Wahl“, erklärt sie verärgert.

Bevor sie weiter ausholen kann, öffnet sich die JBZ-Tür. Mütter, Väter und einige Großmütter rücken erleichtert vor. Eilig, aber ohne zu drängeln, stellen sie sich erneut an – diesmal bei Hausherr Tobias Chylka, der die Anmeldeformulare für die drei Betreuungsblöcke in den Sommerferien verteilt.

„Wir haben natürlich mehrfach überlegt, ob wir das Anmeldeverfahren anders regeln können, um es den Eltern zu erleichtern“, sagt der Stadtjugendpfleger. „Aber wir haben noch keine bessere Lösung gefunden.“ Die Plätze im Losverfahren zu vergeben, sei einfach ungerecht. „Und normalerweise haben wir nach dem ersten Ansturm immer noch einige Plätze in jedem Block frei“, sagt Chylka.

Am Montag ist das anders: Sieben Minuten nach Anmeldebeginn sind alle blauen Formulare vergriffen; die 45 Plätze in den ersten beiden Wochen der Sommerferien belegt. Noch keine Minute später steht schon der erste Name auf der Warteliste. Im letzten Block (14. bis 25. August) waren bis Dienstagnachmittag noch drei Plätze frei. Für den Zeitraum vom 31. Juli bis zum 11. August konnten noch acht Kinder angemeldet werden.

„Ich gehe aber davon aus, das heute alle Plätze belegt werden“, sagte Chylka am Dienstag, nachdem bereits wieder Eltern zur Anmeldung gekommen waren. „Im vergangenen Jahr hatten wir erstmals den Fall, dass wir ein Kind nicht unterbringen konnten,“ erzählt er. Erfahrungsgemäß hätten die Kandidaten auf der Warteliste aber gute Chancen, noch einen Platz zu bekommen.

Legt man das Ergebnis der Umfrage zur Sommerferienbetreuung zugrunde, die die Verwaltung initiiert hat, stellt sich die Situation anders dar: Demnach benötigen die Eltern von 71 Kindern einen Betreuungsplatz in der ersten und zweiten Ferienwoche. In der dritten Woche wurde Bedarf für 66 Kinder angemeldet, in der vierten Woche für 45 Mädchen und Jungen. Die Eltern von jeweils 54 Kindern benötigen nach eigenen Angaben Plätze in der fünften, beziehungsweise sechsten Ferienwoche.

Insgesamt hatte die Verwaltung sich an die Eltern von 872 Kindern gewandt, die Erziehungsberechtigten von 293 Mädchen und Jungen hatten an der Umfrage teilgenommen. Nach der Auswertung besteht für insgesamt 129 Kinder Betreuungsbedarf, für 164 Mädchen und Jungen trifft das nicht zu. Bürgermeisterin Silvia Voßloh gab das Ergebnis der Umfrage während der Ratssitzung am Montag bekannt. Sie stellte fest, dass offenbar mehr Bedarf bestehe als bisher von der Verwaltung angenommen. Jetzt müsse im entsprechenden Ausschuss zunächst überlegt werden, was nun zu tun sei.

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