Betreuung in den Sommerferien: Eltern sollen befragt werden

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Das städtische Ferienprogramm im und rund ums JBZ ist beliebt. Die Eltern stehen für die Anmeldung Schlange.

Werdohl - Nach einer langen Diskussion im Jugendhilfeausschuss brachte Bürgermeisterin Silvia Voßloh am Dienstag das Wesentliche auf den Punkt: „Bevor wir uns weiter über mögliche zusätzliche Ferienbetreuungsangebote unterhalten, müssen wir wissen, wie groß der Bedarf ist.“

Grundlage der Debatte war ein Antrag der Christdemokraten, die gefordert hatten „ausreichende Betreuungsplätze im Sommerferienangebot vorzuhalten.“ 

Daraufhin hatte die Verwaltung vorgeschlagen, jeweils fünf weitere Plätze pro Zwei-Wochen-Block im Rahmen des Ferienprogramms im Jugend- und Bürgerzentrum zur Verfügung zu stellen. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass man weitere ehrenamtliche Mitarbeiter gewinnen könne.

OGS zu Angebot verpflichtet

Damit war der WBG-Fraktionsvorsitzende Volker Oßenberg nicht einverstanden. „Es ist doch möglich, eine für die Eltern kostenfreie Ferienbetreuung in den Offenen Ganztagsschulen zu organisieren.“ Dazu seien die Ganztagsschulen schließlich verpflichtet. „Natürlich müsste ein solches Angebot attraktiv sein, und es müsste entsprechend beworben werden“, stellte er fest. 

Der Ausschussvorsitzende Frank Jardzejewski zweifelte daran, dass sich Eltern ein OGS-Angebot für ihre Kinder wünschen: „Die Kinder sind dann im Kopf weiterhin in der Schule und haben keine wirkliche Pause.“ Oßenberg konnte diesem Argument nicht folgen: „Wenn das Angebot wirklich attraktiv ist, wird es auch angenommen.“ Bisher sei das allerdings nicht der Fall, berichtete Sibille Böddecker, Leiterin der Gemeinschaftsgrundschule Werdohl, im Gespräch mit der Redaktion.

Angebot kam nicht zustande

In Zusammenarbeit mit der Evangelischen Martin-Luther-Grundschule und der Katholischen Grundschule St. Michael würden in den Sommerferien jeweils drei Zwei-Wochen-Betreuungsblöcke angeboten. Wie groß der Bedarf sei, werde bereits am Anfang des Jahres abgefragt. 

In den vergangenen Jahren sei aber keine Ferienmaßnahme organisiert worden, sagte Böddecker. Sie erklärte: „Es müssten sich mindestens zehn Kinder anmelden, damit ein Angebot zustande kommen kann.“ 

Während der Sitzung erklärte Oßenberg weiter, er könne nicht verstehen, warum ausgerechnet fünf Plätze mehr im städtischen Angebot geschaffen werden sollten. Die Verwaltung habe fünf zusätzliche Plätze vorgeschlagen, da man diese „so gerade noch schultern könne“, antwortete Fachbereichsleiter Bodo Schmidt. 

Gemeinde könnte Ferienangebot organisieren

Pfarrer Dirk Grzegorek forderte die Verwaltung auf, doch offiziell an die Evangelische Gemeinde heranzutreten, damit diese im Bedarfsfall eventuell noch ein Ferienangebot für die Sommerferien organisieren könne. 

Das begrüßte Jardzejewski: „Die CDU hat den Antrag gestellt, an Vereine und Institutionen in Werdohl heranzutreten und diesbezüglich nachzufragen.“ Genau das soll – voraussichtlich noch in dieser Woche – passieren. So lautet ein Teil des Beschlusses, den der Jugendhilfeausschuss am Ende der Sitzung fasste. 

Weiter beschlossen die Ausschussmitglieder, die Verwaltung mit einer Elternbefragung zu beauftragen. Bodo Schmidt kündigte an, noch in diesem Monat aktiv zu werden. Zum einen soll der Betreuungsbedarf in den Sommerferien über die Homepage der Stadt Werdohl abgefragt werden, zum anderen würden die Werdohler Eltern angeschrieben, erklärte der Fachbereichsleiter.

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