Corona-Diskussion

Sollen Arbeitgeber den Impfstatuts abfragen dürfen? Das sagen Chefs und Betriebsräte in Werdohl

Darf der Arbeitgeber den Corona-Impfstatus seiner Mitarbeiter abfragen? Darüber wird auch in vielen Unternehmen in Werdohl diskutiert.
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Darf der Arbeitgeber den Corona-Impfstatus seiner Mitarbeiter abfragen? Darüber wird auch in vielen Unternehmen in Werdohl diskutiert.

Bei der Werdohler Verwaltung und bei zwei der größeren Arbeitgeber der Stadt sind sich Personalratsvorsitzende, Betriebsratsvorsitzender und Geschäftsführer unabhängig voneinander einig: Es würde der Sicherheit am Arbeitsplatz dienen, wenn der Arbeitgeber den Impfstatus der Beschäftigten abfragen dürfte.

Da es sich aber momentan nur um einen Vorschlag aus dem Gesundheitsministerium des Bundes handelt, sind solche betrieblichen Festlegungen noch nicht möglich.

Ein mit dem Personalrat nicht abgestimmtes und eher persönliches Meinungsbild gibt es bei Reinhild Wüllner-Leisen zu hören, die mittlerweile freigestellte Personalratsvorsitzende bei der Stadt Werdohl. Sie spricht sich persönlich klar für die Abfragemöglichkeit aus: „Um die ohnehin schwierige Situation zu vereinfachen und die Mitarbeitenden zu schützen, würde ich dafür plädieren, dass der Arbeitgeber den Impfstatus abfragen darf.“ Als Personalrätin empfinde sie den Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Beschäftigten als nicht so schwerwiegend. Ganz lebenspraktisch müsse „man ohnehin überall seinen Impfausweis vorzeigen, wenn man bloß einen Kaffee trinken will“. Wo viele Menschen zusammenarbeiten, sei es doch sinnvoll, dass der Impfstatus bekannt sei. Als Urlaubsrückkehrerin habe sie schon über ihren negativen Infektionsstatus Auskunft geben müssen.

Thema im Pandemiestab bei Vossloh

Der Vossloh-Betriebsratsvorsitzende Andreas Kretschmann berichtete auf Nachfrage, dass er gerade am Morgen im Pandemiestab des Unternehmens über dieses Thema diskutiert habe. Ein Ergebnis habe es nicht gegeben. Kretschmann stellt fest, dass der Weg andersherum ja frei sei: „Freiwillig kann jeder seinem Arbeitgeber seinen Impfstatus mitteilen.“ Eine früher gültige Fassung der Arbeitsschutzverordnung im Land NRW habe sogar eine Impfabfrage bei Urlaubsrückkehrern zugelassen, meint Kretschmann. Sinn einer Impfabfrage bei allen Beschäftigten wäre auch aus der Sicht des Betriebsrates, die Belegschaft vor gesundheitlichen Gefahren zu schützen.

Auf der anderen Seite gelte es allerdings den Schutz derer zu beachten, die sich nicht impfen lassen können, weil sie zum Beispiel an einer schweren Autoimmunkrankheit litten.

Stauff-Gruppe strebt 2G-Regelung an

Bei der Stauff-Gruppe ist man schon so gut wie einen Schritt weiter. Geschäftsführer Dr. Matthias Papenfuß: „Wir haben vor, unsere relativ harten Corona-Schutzmaßnahmen für geimpfte oder genesene Beschäftigte zu lockern.“ Wer in den Genuss dieser Lockerungen kommen möchte – eventuell die Aufhebung von Maskenpflicht und Abstandsregelung – könne freiwillig seinen Impfpass vorzeigen oder eben weiter die Schutzmaßnahmen befolgen. Papenfuß bezeichnete diese Idee als „Spagat“ zwischen dem nötigen Persönlichkeitsschutz der Mitarbeitenden und den Interessen von Unternehmen und Belegschaft.

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