Sogar die Nationalelf hörte Kassetten von Arnd Stein

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Auch Franz Beckenbauer hörte in seiner Zeit als Teamchef der Nationalmannschaft die Stein-CDs

Werdohl - Die Tiefensuggestion vom Iserlohner Psychologen Dr. Arnd Stein mag für viele neu klingen, doch ist sie schon seit mehr als 30 Jahren in Deutschland bekannt, und war schon weit davor in Amerika eine gänge Methode.

Allerdings dient sie nicht nur der Schmerzlinderung und Entspannung: Stein entwickelte Kompilationen, die unter anderem auch die Konzentrationsfähigkeit stärken sollen und bei Sportlern zum Einsatz kamen, um eine Leistungssteigerung zu erzielen. So bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, als sie 1986 in Mexiko bei der Weltmeisterschaft antrat.

Treffen mit dem Teamche

Teamchef Franz Beckenbauer rief wenige Tage vor der Abreise bei Dr. Stein an und fragte, ob er noch mehr von den – damals noch – Kassetten mit entspannenden Fantasiereisen habe. Er selbst habe solche Entspannungsmusik bereits genutzt. „Ich schlug ihm vor, der gesamten Mannschaft unser Programm „Topfit am Ball“ – gezielt auf die WM modifiziert – zukommen zu lassen. Er fand die Idee gut“, erinnert sich Stein. Am Abend vor dem Abflug trafen sich Stein und Beckenbauer im Airporthotel Frankfurt. In aller Ruhe ließ sich Beckenbauer das Programm erklären. „So flog die Tiefensuggestion mit nach Mexiko“, erzählt Stein.

Mittagspause mit Meeresrauschen

Während des Turniers berichteten die Medien immer wieder darüber, dass der teamchef in der Mittagszeit nicht gestört werden durfte, weil er sich bei sanfter Musik und Meeresrauschen entspanne. Ebenso wie einige Spieler. Auch bei der Europameisterschaft 1988 im eigenen Land wurden die Spieler mit Kassetten ausgestattet. Noch viele Jahre betreute der Psychologe Bundesligaspieler, die ihm vom Spieler-Berater Norbert Pflippen, ein langjähriger Freund von Stein, geschickt wurden.

Lesen Sie hier alles zum SV-Kopfschmerz-Experiment

„Mentale Entspannung hilft nicht nur bei Schmerzlinderung, sondern auch bei sportlichen Leistungssteigerungen“, sagt Stein. Im Bezug auf das Kopfschmerz-Experiment betonte der Diplom-Psychologe. dass es immer wieder erfreulich sei, dass mit geringen Aufwand und ohne Nebenwirkungen chronische Kopfschmerzen zumindest gelindert werden können. Er ist gespannt, wie sich die Wahrnehmungen und Empfindungen der Probandinnen entwickeln und mache sich Gedanken über alle, denen auch diese Methode nicht helfen kann.

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