Schaden am Vereinsheim

So wollen Schützen im Versetal aus der Not eine Tugend machen

Mit vereinten Kräften legen Kassierer Michael Grünhagen (hinten) und Vorsitzender Frank Herber die Schäden am Versetaler Schützenheim frei
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Mit vereinten Kräften legen Kassierer Michael Grünhagen (hinten) und Vorsitzender Frank Herber die Schäden am Versetaler Schützenheim frei

Die Versetaler Schützen beklagen einen großen Schaden an ihrem Domizil: Am Schützenheim in Altenmühle löst sich die Fassade auf. Die notwendige Sanierung trifft den Verein zur Unzeit: Wegen der Corona-Pandemie sind schon alle Veranstaltungen ausgefallen, vermieten konnten die Versetaler das Schützenheim aus demselben Grund auch nicht.

Werdohl ‒„Als ob Corona nicht schon schlimm genug wäre“, stöhnt Frank Herber, der Vorsitzende des Versetaler Schützenvereins. „Kein Winterzauber, kein Hähnchenspektakel, kein Irischer Abend und auch keine Vermietungen“, zählt er auf, welche Einnahmequellen dem Verein weggebrochen sind. Gut 30 Mal war das Vereinsheim der Schützen für Termine in den vergangenen sieben Monaten gebucht – alles ist ausgefallen.

Und jetzt kommt auch noch eine größere Reparatur an eben jenem Vereinsheim auf die Schützen zu. „Der Kassierer jammert“, sagt Michael Grünhagen. Er spricht von sich selbst in der dritten Person, denn er hat eben diese Position inne. „Allein an Materialkosten werden wir wohl 15 000 Euro aufwenden müssen“, kalkuliert Herber im Kopf. „Die Arbeit machen wir komplett in Eigenleistung, alles andere könnten wir uns gar nicht leisten“, fährt er fort. „Brauchen werden wir dazu aber mindestens ein Jahr.“

Fassade löst sich auf

Was ist passiert? „Vor gut einem Vierteljahr stellten wir fest, dass der Raum nicht mehr richtig warm wird und dass die Fenster undicht sind“, erinnert sich Grünhagen. Also nahmen die Schützen die Außenwände des Vereinsheim in Augenschein und stellten fest: „Die sind aus Holz, einer Art Spanplatte, die aber nach unten hin nicht behandelt, also nicht imprägniert ist“, schildert der Vereinsvorsitzende das Ergebnis der Untersuchung.

„Dann merkten wir, dass in den Wänden der Schimmel drin steckt. Und die Dämmung ist in einem desolaten Zustand, an manchen Stellen gibt es gar keine“, ergänzt Herber die Mängelaufzählung. Dann schüttelt er resignierend den Kopf. Geahnt habe er von diesen Umständen nichts.

Gebäude ist vor 30 Jahren umgezogen

Das heutige Vereinsheim wurde ursprünglich vor gut einem halben Jahrhundert auf dem Gelände der Firma Brüninghaus errichtet. 1990 zog es nach Altenmühle um, wo es wieder aufgebaut wurde und den Schützen seither als Domizil dient. „Das Schlimmste ist“, fällt Herber dann doch noch ein wesentlicher Aspekt ein, „dass an den Außenwänden die Halterungen der Heizungen befestigt waren. Die Heizkörper wären uns bald von den Wänden gefallen.“

Aus der Not soll eine Tugend werden

Nun haben die Schützen im Gebäude gerade erst ihre Theke saniert (wir berichteten) und nun können sie – trotz virusbedingt fehlender Einnahmen – gleich bei der Arbeit bleiben. „Wir haben jetzt beschlossen, in der Frontseite eine 4,40 Meter breite Schiebetür zu integrieren“, verrät Herber, dass die Schützen die Notlage zum willkommenen Anlass erklärt haben, „das Vereinsheim mit dem Biergarten zu verbinden“.

Mit dieser Maßnahme ließe sich, sollte die Pandemiezeit bis dahin beendet sein, beim Schützenfest im nächsten Jahr bei guter Witterung draußen und drinnen zugleich feiern, ohne durch eine Wand getrennt voneinander zu sein. „Aber noch wissen wir nicht genau, ob oder wie wir im nächsten Jahr überhaupt feiern können“, schildert der Schützen-Vorsitzende abschließend die weiteren Sorgen, die die Versetaler Schützen derzeit umtreiben.

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