Keine Präsenzpflicht an Schulen

So leer sind jetzt Schulen und Kitas in Werdohl

In den Schulklassen und Kindertagesstätten werden seit Montag deutlich weniger Kinder unterrichtet und betreut.
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In den Schulklassen und Kindertagesstätten werden seit Montag deutlich weniger Kinder unterrichtet und betreut.

Viele Eltern scheinen den Appell der Landesregierung, möglichst auch jüngere Schüler aus der Schule und Kinder aus den Kindertagesstätten fernzuhalten, um das Corona-Infektionsrisiko zu reduzieren, zu beherzigen. Klassenzimmer und Kindergärten waren am Montag, dem ersten Tag nach der Verkündung der Lockdown-Regeln durch die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten, jedenfalls deutlich leerer als üblich.

Werdohl ‒ Von einem deutlichen Rückgang der Kinderzahl berichten jedenfalls Schulleiter und die Leiterin des städtischen Jugendamtes, Kirsten von der Crone. Die hatte am Montagnachmittag gerade eine Telefonkonferenz mit den Leiterinnen der vier städtischen Kitas beendet, als sie berichtete, dass von 288 möglichen Kindern nur 99 in die Einrichtungen gekommen waren.

Sie rechne damit, dass es im Laufe dieser Woche sogar noch weniger werden, wenn wegen des Lockdowns erst viele Geschäfte schließen müssen und dann mehr Eltern zuhause sein werden, sagte die Jugendamtsleiterin. „Dann werden auch die Kinder zuhause bleiben“, glaubt sie. Aus Elterngespräche berichtet sie von einem „großen Verständnis für die Maßnahmen“.

Für die in den Kitas verbleibenden Kinder werde die ganz normale Betreuung angeboten. „Wenn irgendwie möglich, halten wir auch an den Zusammensetzung der Gruppen fest“, kündigte von der Crone an, kein Infektionsrisiko durch eine Durchmischung der Gruppen zu riskieren.

In der Gemeinschaftsgrundschule Werdohl lag die Beteiligung am Präsenzunterricht mit etwa mehr als 18 Prozent sogar noch unter dem Kita-Besuch. Gerade einmal 65 der 350 Kinder an den beiden Standorten in Kleinhammer und auf der Königsburg seien am Montag zur Schule gekommen, berichtete Schulleiterin Nina Manns. Das habe dazu geführt, dass in einigen Klassen nur ein einziges Kind da gewesen sei.

Unterrichtet wurde trotzdem. Vielfach seien die Lehrer aber auch damit beschäftigt gewesen, Lernmaterial an die zuhause gebliebenen Schüler auzuliefern. Schulleiterin Manns berichtete von verunsicherten Eltern („Mein Telefon ging nonstop.“) und von frustrierten Lehrerkollegen. Das Hin und Her der vergangenen Tage zerrt offenbar an den Nerven aller Beteiligten.

Deshalb ist wohl auch Sven Stocks, Leiter der Albert-Einstein-Gesamtschule (AEG), froh, wenn diese Woche endlich vorüber ist. „Wir werden sie schon irgendwie rumkriegen“, sagte er am Montagmittag. Da wusste er, dass nur etwa ein Drittel der Fünft- bis Siebtklässler zum Unterricht in die Schule gekommen war und die anderen – oder besser deren Eltern – sich für das Lernen zuhause entschieden hatten.

Die Zahl der Präsenzschüler könne sogar noch sinken, erwartet Stocks, nicht aber steigen: „Bei uns gibt es kein Hopping: Wer einmal zuhause geblieben ist, bleibt zuhause!“ Ab Freitag, glaubt Stocks, sei die Diskussion ohnehin vorbei. Für Montag und Dienstag nächster Woche lägen keine Anträge auf Notbetreuung vor, ebensowenig wie für den 7. und 8. Januar.

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