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So geht es nach dem Großbrand in Werdohler Unternehmen weiter

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Von: Volker Griese

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In Werdohl hat in der Nacht zum 24. Juli 2022 die Härterei Kirchhoff gebrannt.
In Werdohl hat in der Nacht zu Sonntag (24. Juli) die Härterei Kirchhoff gebrannt. Dabei wurde eine Produktionshalle komplett zerstört. © Maximilian Birke

Der Brand in der Nacht zu Sonntag hat die Härterei Kirchhoff in Dresel hart getroffen. Geschäftsführer Ulrich Kirchhoff geht von einem Schaden „in annähernd siebenstelliger Höhe“ aus. Allerdings gibt es auch einen Lichtblick.

Werdohl ‒ Kirchhoff, der während des Brandes nicht in Werdohl war, sondern seinen Urlaub auf Mallorca verbrachte, war sehr angetan von der Arbeit der Feuerwehr. „Die haben einen sagenhaften Job gemacht“, fand er. Eine brennende Härterei innerhalb von nur etwas mehr als vier Stunden zu löschen sei eine bemerkenswerte Leistung.

Trotzdem hat Ulrich Kirchhoff einen hohen Schaden zu beklagen. Denn die Halle, in der das Feuer gewütet hat, sei nach Einschätzung eines Architekten nicht zu halten, sagte er am Dienstag. Die große Hitze habe der Stahlkonstruktion zugesetzt, die Tragfähigkeit der Konstruktion sei nicht mehr gegeben.

Ulrich Kirchhoff, Geschäftsführer der Härterei Kirchhoff in Werdohl
Ulrich Kirchhoff, Geschäftsführer der Härterei Kirchhoff in Werdohl © MZV-Archiv

Bei Bränden treten meistens Temperaturen von mehr als 900 Grad Celsius auf – weit über der Grenze, bei der Stahl unter Last seine Festigkeit verliert. Schon bei 650 Grad Celsius verliert er 50 Prozent seiner Belastbarkeit, bei knapp 1000 Grad Celsius hat er nach Ansicht von Experten 90 Prozent seiner Stabilität verloren. Dieses Phänomen haben einige Fachleute auch beim Einsturz des World-Trade-Centers in New York infolge des Terroranschlags am 11. September 2001 festgestellt.

Während die Produktionshalle in Dresel also sehr wahrscheinlich abgerissen und neu gebaut werden muss, glaubt Kirchhoff, dass ein großer Teil der Anlagen weiter genutzt werden kann. „Die Härteanlagen sind augenscheinlich in Ordnung. Die muss man reinigen und eventuell ein paar elektronische Bauteile erneuern, die unter dem Löschwasser gelitten haben“, zog er am Dienstag eine vorläufige Bilanz.

Nur der Anlassofen, wo der Brand wohl auch entstanden ist, sei möglicherweise hinüber. „Das ist aber noch nicht abzusehen, weil dieser Bereich der Halle noch nicht betreten werden darf“, sagte Kirchhoff.

Die Produktion der Härterei beschränkt sich nach Aussage des Geschäftsführers nun auf eine benachbarte Halle, in der normal gearbeitet werden könne. Er sei bemüht, einen Teil der Aufträge an Partnerunternehmen zu vermitteln und ansonsten alle etwa 30 Mitarbeiter des Unternehmens weiterzubeschäftigen, sagte Kirchhoff. „Wir versuchen alles, um möglichst schnell wieder normal produzieren zu können.“

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