Fäkalien am Bahndamm und die juristischen Folgen

"Pipi im Wohnwagenklo": Skurriler Fall aus Werdohl vor dem Amtsgericht Altena

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Symbolfoto

Werdohl - Während eine unglaubliche Fülle an Gerichtsverfahren, die Ordnungswidrigkeiten betreffen, im Amtsgericht Lüdenscheid abgearbeitet wird, ist es in dieser Hinsicht im Amtsgericht Altena vergleichsweise ruhig. Doch jetzt erreichte der Gestank eines mutmaßlichen Verstoßes gegen das Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushaltes das Amtsgericht Altena.

Ein 66-jähriger Werdohler war von seinem Nachbarn dabei erwischt worden, wie er im Juli 2017 Fäkalien aus dem Tank seines Wohnwagens an einem Bahndamm entsorgen wollte. Aufgeschreckt durch die Ansprache seines Nachbarn flüchtete der 66-Jährige offenbar mit dem bereits geöffneten Tank und warf ihn in einer Art und Weise in den Kofferraum seines Wagens, dass er durch die Folgen vermutlich schon ausreichend bestraft war.

Schriftlich ging ihm nach einer Anzeige ein Bußgeldbescheid über 100 Euro zu, den er nicht hinnehmen wollte. Verstärkt durch den Beistand eines Rechtsanwalts kam der 66-Jährige ins Amtsgericht und erläuterte die Hintergründe: Zwei Mädchen aus der Familie hätten in dem Wohnwagen übernachtet und sich nicht getraut, das Gefährt nachts zu verlassen. In dem Tank sei deshalb „nur Pipi“ gewesen.

Die angefertigten Tatortfotos vermittelten allerdings einen anderen Eindruck. „Wenn ein Hund sein Geschäft macht, sieht es auch nicht schön aus“, bemühte sich Anwalt Ralf Lengelsen um eine Relativierung und Entschärfung der Angelegenheit. Amtsrichter Dirk Reckschmidt schloss sich seinem Votum an und stellte das Verfahren ein.

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