Skatfreunde Zum Krug peilen wieder einmal den Aufstieg an

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Der frisch gewählte Vorstand des Skatclubs Zum Krug (v. r.): Torsten Beschke, Inge Klapperstück, Susanne Schlinkert und Adam Stolfik. Gemeinsam wollen sie mehr Mitglieder für den Verein gewinnen und Erfolge am Tisch einfahren.

Werdohl - Unruhe am Freitagnachmittag im Ütterlingser Krug. Drei Skatclub-Mitglieder haben dort Platz genommen. Vorsitzender Torsten Beschke kann vor Aufregung nicht mal mehr sitzen, er läuft auf und ab. Die Jahreshauptversammlung scheint – mangels Teilnehmern – zu scheitern. Am Ende aber wird alles gut und Beschke im Amt bestätigt.

Hintergrund der Besorgnis der Kartenspiel-Freunde ist die Satzung des Skatclubs Zum Krug: Darin verankert ist, dass eine Hauptversammlung erst dann durchführbar und deren Beschlüsse gültig sind, wenn mindestens die Hälfte der Mitglieder anwesend sind. Aktuell hat der Verein noch 14 Mitglieder. Mindestens sieben müssten also da sein. „Und das heute, wo auch noch Wahlen anstehen“, ist Beschke verzweifelt.

Geschäftsführerin Inge Klapperstück schlägt derweil noch einmal in der Satzung nach. Sie liest den Absatz vor, nach welchem in einem derartigen Falle die Jahreshauptversammlung mündlich für 30 Minuten später erneut einberufen werden könne. Diese sei dann beschlussfähig ohne eine bestimmte Anzahl Anwesender. Und so steht auch der Wiederwahl von Klapperstück nichts mehr im Wege.

Doch nach und nach geht immer wieder die Türe auf. Einige Mitglieder des Skatclubs müssen am ersten Arbeitstag des Jahres länger ihren Job verrichten. Da auch der Wirt André Majunke und sein Vater Helmut Köhler Mitglieder im Club sind, ist alsbald sogar die Zweidrittel-Mehrheit bei den Anwesenden gegeben, die notwendig wäre, wollten die Club-Mitglieder ihre Satzung verändern. Doch darauf verzichten sie vorerst noch: Ist ja nochmal alles gut gegangen.

Zehn der 14 Club-Mitglieder sind es schließlich, die die verspätet beginnende und 75 Minuten dauernde Jahreshauptversammlung durchführen. Neben Beschke und Klapperstück wird auch die Schriftführerin und stellvertretende Geschäftsführerin Susanne Schlinkert im Amt bestätigt. Helmut Köhler, bis dato 2. Vorsitzender, gibt sein Amt auf eigenen Wunsch und aus gesundheitlichen Gründen an Adam Stolfik ab. Alle Vorstandsmitglieder werden einstimmig und für die kommenden drei Jahre gewählt.

Zunächst aber wüncht ein sichtlich erleichterter Vorsitzender seinen Skat-Freunden zur Begrüßung „ein frohes neues Jahr und bald einmal wieder einen Aufstieg“. Momenten spielen die beiden Mannschaften des Skatclubs in der Ober- sowie Landesliga, also viert- und fünftklassig.

Vor Jahren, als der Verein noch viel mehr Mitglieder hatte, wurde in Ütterlingsen auch Bundesliga gespielt. Jetzt aber beschweren sich im Rahmen der Jahreshauptversammlung einige Mitglieder, „dass freitags immer so wenig zum Spielen kommen“. Gespielt würden dann stets zwei – manchmal sogar drei – Serien. Geschäftsführerin Klapperstück meint, es müsste gewährleistet sein, dass freitags zwischen 18.30 und 23 Uhr „mindestens drei Tische besetzt sind“. Das täte nicht zuletzt auch der Kasse gut.

Bei ihrem folgenden Kassenbericht bescheinigt sie dem Club dennoch „einen sehr guten Kassenstand“. Ein kleines Plus haben die Skatfreunde sogar im vergangenen Jahr eingefahren. Aber es ist auch längst so, dass die Skatspieler bei Auswärtspartien etwa die Übernachtungskosten selbst tragen. Und einen Schiedsrichter stellen sie auch nicht mehr.

Diese aber treffen sich am 26. April im Ütterlingser Krug. Alle Regel-Aufseher aus dem Bereich des Skatsportverbandes Sauerland/Siegerland versammeln sich dann. Und Ex-Wirt Helmut Köhler wünscht sich, dass bis dahin vielleicht ja doch noch einer aus den Reihen des Skatclubs Zum Krug seine Berufung zum Schiedsrichter erkennt.

Besprochen wird auch kurz eine Anfrage aus Lüdenscheid: Die dortigen Skatfreunde regen eine Fusion an. Die Ütterlingser sind jedoch skeptisch und lehnen ab. Zu weit seien die Fahrten zwischen den Städten. „Wenn das gut läuft, dann doch sowieso nur für ein paar Monate. Dann schläft das wieder ein“, befindet ein Club-Mitglied dazu.

Und so wird die Jahreshauptversammlung beendet und die zehn Anwesenden teilen die Karten aus und spielen eine Runde miteinander.

Von Michael Koll

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