Mittagskonzert im Festsaal

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Dirigent Thomas Grote und das Märkische Jugendsinfonieorchester lieferten ein mitreißendes und packendes Konzert am Sonntagmittag im gut gefüllten Festsaal Riesei ab.

Werdohl - Ein sich immerzu verjüngender Klangkörper ist das Märkische Jugendsinfonieorchester (MJO). Dem immer wieder erneuerten Enthusiasmus der Nachwuchsmusiker steht deshalb die Herausforderung zur Seite, das Beste aus dem sich wandelnden Orchester herauszuholen.

Ein mitreißendes Zeugnis der Arbeit von Dirigent Thomas Grote und seinen Mitstreitern lieferte das MJO am Sonntag im gut gefüllten Festsaal Riesei ab. „Con tutta la forza“, lautete das Motto und dementsprechend ging die musikalische Reise „mit voller Kraft“ voraus ins Land, wo nicht nur die Zitronen blühen.

„Italienische Oper ohne Worte“, umschrieb Moderator Stephan Quandel das Programm aus Ouvertüren und Intermezzi zu bekannten Singspielen. Dazu kam ein Konzert, das auf den „amtierenden“ Musikstipendiaten der Märkischen Kulturkonferenz Andreas Ehelebe zugeschnitten war: Der Solist zeigte auf virtuose Weise die Vielseitigkeit seines Instruments in Giovanni Bottesinis „Konzert für Kontrabass und Orchester h-Moll“.

Zuvor hatte er auf Nachfrage von Stephan Quandel eine kleine Einführung in seinen persönlichen Weg zum Kontrabass gegeben: Elf Jahre habe er mit mäßigem Erfolg Klavier gespielt, bevor er nach einem Familienrat auf den Kontrabass umgestiegen sei, erzählte Andreas Ehelebe.

Als „Oper in der Nussschale“ bezeichnete Stephan Quandel Amilcare Ponchiellis Ouvertüre zur Oper „I Lituani“. Entsprechendes galt für die Ouvertüre zu Vincenzo Bellinis „Norma“ und Intermezzi von Pietro Mascagni, Ruggiero Leoncavallo und Giacomo Puccini.

Letzterer gehörte zu jenen Komponisten, die nach dem Tod von Beethoven und Wagner gegen die Befürchtung antraten, es könnte eigentlich nichts mehr kommen in der Kunst des Komponierens. Wir könnten dankbar sein, dass Puccini an diesem Punkt weitermachte und seine „dichten, feinen, abwechslungsreichen musikalischen Texturen“ schuf, leitete Stephan Quandel in das Intermezzo zur Oper „Manon Lescaut“ ein.

Wunderbar sanft begann Pietro Leoncavallos „Bajazzo Intermezzo“, das mit Harfen- und Kontrabassklängen reizvoll ausklang und damit zu Bottesinis Konzert für Kontrabass überleitete. Das vorläufige Ende des Mittagskonzertes im Festsaal Riesei markierte Peter Tschaikowskys „Cappriccio italien“, das Stephan Quandel als „ein Feuerwerk von musikalischen Ideen“ lobte. Tschaikowsky weilte in der Entstehungszeit des vergnüglichen Cappriccio zur Erholung in Rom und sammelte auf den Straßen musikalische Eindrücke.

Dass auch Gassenhauer dabei waren, brachte rund 100 Jahre später der Schlagersänger Freddy Breck in Erinnerung, der für seinen Schlager „Bianca“ den Mittelteil aus dem abwechslungsreichen Ganzen herausbrach. Doch noch blieb die Zugabe: Für den intensiven Beifall, für den sich das Publikum immer mehr von den Plätzen erhob, bedankten sich die jungen Musiker mit einem weiteren kraftvollen Stück Musik: Giuseppe Verdis Triumphmarsch aus der Oper „Aida“.

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