Sexueller Missbrauch wird thematisiert

Bei den Viertklässlern kam das Projekt gut an. Sie hörten aufmerksam zu, stellten Fragen und verfolgten die Spielszenen der Theaterpädagogen.

Werdohl - Deutlich und mit einfachen Sätzen erklären Sermin Kayik und Simon Martin den Viertklässlern, was sexueller Missbrauch ist. Und sie legen den Mädchen und Jungen ans Herz, dass sie sich einem Erwachsenen anvertrauen sollen, wenn sie einen solchen Übergriff erlebt haben.

Von Carla Witt

An drei Montagen waren die Mitarbeiter der theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück zu Gast an der evangelischen Martin-Luther-Grundschule.

Unter dem Motto „Mein Körper gehört mir“ standen Spielszenen, Gespräche und Informationen rund um das Thema sexueller Missbrauch auf dem Programm. Martin und Kayik erklärten den Kindern zunächst, dass alle Menschen „Ja-“ und „Nein“-Gefühle haben. Und dass sie ganz klar „Nein“ sagen sollen, wenn ihnen beispielsweise eine Berührung ein unangenehmes Gefühl verursacht.

Mit viel Einfühlungsvermögen vermittelten die Theaterpädagogen den Kindern, dass sie auf der Hut sein sollen, wenn sie beispielsweise von einer Person eingeladen werden, die sie nur flüchtig können.

Nur wenn es ihnen in diesem Zusammenhang gelänge, drei Fragen mit „Ja“ beantworten, könnten sie ihre Bedenken fallen lassen: „Habe ich ein Ja- oder ein Nein-Gefühl? Weiß eine vertraute Person, wo ich bin? Bekomme ich Hilfe, wenn ich welche brauche?“

Am Montag haben die Schüler der vierten Klassen der Martin-Luther-Schule den dritten und letzten Teils des Programms erlebt. Den Schwerpunkt legten Sermin Kayik und Simon Martin dabei auf die Notwendigkeit, über sexuelle Übergriffe zu sprechen: „Wenn Du so etwas erlebst, dann trägst Du keine Schuld daran. Schuld ist nur derjenige, der es mit Dir macht.“

Simon Martin schlüpfte in die Rolle eines Jungen, der von seinem Bruder sexuell missbraucht wird. Die Kinder erlebten, dass es viel Mut kostet, über ein solches Erlebnis zu sprechen. Sie sahen und hörten aber auch, dass dem Jungen zunächst niemand glauben wollte. Die Botschaft hinter der Spielszene: Man darf nicht aufgeben, bis man jemanden gefunden hat, der zuhören und helfen will.

Kayik und Martin nannten den Kindern auch eine Anlaufstelle: Sie verteilten Visitenkarten des Kinder- und Jugendtelefons, der „Nummer gegen Kummer“ (08 00 /1 11 03 33) die vertrauliche, anonyme Beratung – auch bei anderen Problemen – bietet.

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