Erste öffentliche Diskussion um den Erhalt von Gesamt- und Realschule

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Gestern waren unter anderem zahlreiche Lehrer gekommen, um die Diskussion im Schul- und Sportausschuss zu verfolgen.

WERDOHL - Ein „Schulversuch“ – die Kooperation von Gesamt- und Realschule – ist nach Ansicht von SPD- und WBG-Vertretern die einzige Möglichkeit, beide Schulformen dauerhaft in Werdohl zu erhalten.

Das kristallisierte sich am Dienstag während einer intensiven Diskussion im Schul- und Sportausschuss heraus. Ob es dazu kommt, ist allerdings noch längst nicht entschieden – soll aber jetzt auch öffentlich diskutiert werden. Bisher hatten die Kommunalpolitiker stets hinter verschlossenen Türen über das Thema gesprochen, gestern tauschten sie sich zum ersten Mal während einer öffentlichen Sitzung aus. 

Der Ausschuss-Vorsitzende Wilhelm Jansen (SPD) begrüßte das sehr. Sozialdemokrat Volkmar Güldner-Rademacher sagte, es könne nicht angehen, dass „wir Hobbypolitiker allein eine so wichtige Entscheidung treffen“. Der WBG-Fraktionsvorsitzende Volker Oßenberg erklärte: „Wir sind es Eltern, Schülern und Lehrern schuldig, jetzt Butter bei die Fische zu tun.“ Erklärtes Ziel sei, beide Schulformen zu erhalten. Das bekräftigten alle drei Redner. 

Dem schloss sich auch CDU-Fraktionschef Stefan Ohrmann an. Dennoch konnte er sich mit der öffentlichen Diskussion nicht anfreunden: „Der Zeitpunkt dafür ist nicht gut, wir stehen immer noch mit den gleichen Fakten hier.“ Die Gesamtschule sei von 108 Anmeldungen, und somit der Vierzügigkeit, weit entfernt. „Wir haben Hoffnung, dass die neue Landesregierung in dieser Beziehung Änderungen herbeiführt,“ erklärte Ohrmann. Er unterstrich: „Wir halten den Standort der Realschule für richtig.“ 

Zuvor hatte Güldner-Rademacher eine mögliche Verlegung der Realschule zum Riesei ins Spiel gebracht: „Wir können uns als arme Stadt keine zwei Schulstandorte leisten, obwohl wir bei gleicher Qualität anderswo viel Geld sparen können.“ 

Dagegen meinte der Vorsitzende des FDP-Ortsvereins Alexander Lilienbeck: „Finanzielle Aspekte sind fehl am Platz.“ An erster Stelle stünde das Wohl der Werdohler Schüler. Er stellte infrage, ob bei den geringen Anmeldezahlen an der Gesamtschule noch eine heterogene Schülerschaft zu erwarten sei – und ob unter diesen Voraussetzungen qualitativ hochwertiger Unterricht noch möglich erscheine. 

Auch Ulrike Schulte-Schürholz, die Konrektorin der Realschule, und Gesamtschulleiter Reinhard Schulte meldeten sich zu Wort. Letzterer sprach sich für eine Kooperation der beiden Schulen aus.

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