Sepa-Umstellung sorgt für Arbeit

Die Sepa-Kennung setzt sich aus Kontonummer, Bankleitzahl und einer nationalen Buchstabenkombination zusammen, die ab 2014 den Euro-Zahlungsverkehr bestimmt.

WERDOHL - Vereine und deren Mitglieder haben vom neuen einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum (in Englisch: Single Euro Payments Area, kurz: Sepa) gehört. Doch scheint die Verunsicherung allenthalben noch groß.

So meint auch Gert Scheumann, Geschäftsführer des Jugendbereichs des Werdohler Fußballvereins FSV: „Im Moment gibt es ja mehr Gerüchte als Tatsachen.“ Und auch die Deutsche Bundesbank weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass aktuell erst 21 Prozent aller deutschen Vereine die notwendige Umstellung in Angriff genommen hätten. Spätestens zum 1. Februar 2014 muss die Umstellung abgeschlossen sein, so die gesetzliche Regelung.

Wichtig dafür ist zweierlei: Zum einen brauchen die Vereine die neuen Kontonummern (Iban für International Bank Account Number) sowie die neuen Bankleitzahlen (Bic für Business Identifier Code) ihrer Mitglieder. Zum anderen müssen die Vereine jedes Mitglied vor jeder Abbuchung im Rahmen des Lastschrifteinzugsverfahrens informieren.

Weit fortgeschritten sind die Vorbereitungen beim Werdohler Sportverein TuS Jahn. Deren Kassierer Alexander Putz betont: „Wir sind absolut Sepa-fest.“ Die Umstellung auf Iban und Bic erfolge beim TuS Jahn automatisch: „Wir haben ein Mitglieder-Verwaltungsprogramm, welches die künftigen Nummern aus den alten Bankverbindungsdaten selbstständig errechnet.“ Außerdem habe der TuS Jahn seine Satzung geändert und somit die zweimalige Kontoabbuchung bei den Mitgliedern zeitlich festgeschrieben. Putz: „Damit ist es für uns nicht notwendig, die Mitglieder eigens anzuschreiben. Die Gültigkeit der alten Einzugsermächtigungen bleibt von der Umstellung unberührt.“

Genauso weit gediehen sind die Vorbereitungen auf Sepa beim Werdohler Schützenverein (WSV). „Wir haben schon alles umgestellt“, erklärt Geschäftsführer Thomas Reiche. Von einem Kreditinstitut hätten die Schützen ein Programm gekauft, „das alle Mitgliederdaten automatisch aktualisiert“.

Außerdem hätten die Schützen schon beim Amtsantritt Reiches während einer Jahreshauptversammlung in die Satzung aufgenommen, dass der Mitgliedsbeitrag stets zum 1. März eingezogen werde. „Von daher hatten wir mit Sepa gar keinen großen Aufwand, das waren nur Kleinigkeiten“, weiß Reiche zu berichten. „Das wurde alles schlimmer aufgekocht, als es letztlich ist“, befindet der Schützen-Geschäftsführer.

Ganz am Anfang steht indes noch die FSV Werdohl. Deren Geschäftsführerin Silke Auras sagt: „Ich habe noch gar keine Informationen über Sepa.“ Die Mitgliedsbeiträge der rund 800 eingetragenen Mitglieder werden allerdings auch von den beiden Trägervereinen TuS Jahn und DJK Westfalia eingezogen.

Etwas anders sieht es im Jugendbereich aus, erläutert Gert Scheumann von der FSV. „Wir erheben von unseren rund 300 aktiven Jugendlichen noch Saisonbeiträge für Trikots, Bälle, Schiri-Einsätze und die Wäsche der Spieler-Kleidung.“ Und von daher geht Scheumann davon aus, „dass wir wahrscheinlich alle Aktiven anschreiben müssen“. Das habe er für Herbst 2013 geplant. „Bis wir alle neuen Kontoverbindungsdaten zusammen haben, werden sicher mehrere Monate vergehen“, prognostiziert der Geschäftsführer. Klar sei: „In diesem Jahr nutzen wir definitiv noch das alte Einzugsverfahren.“

Scheumann weiß, dass sowohl die Bundesbank als auch die einzelnen Hausbanken Schulungen für Vereine anbieten. Diese Angebote wolle er noch nutzen. „Derzeit kann ich den Aufwand allerdings noch nicht konkret abschätzen.“

Von Michael Koll

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