Stefan Sensenschmidt verlässt FDP

Stefan Sensenschmidt ist aus der FDP ausgetreten.

Werdohl - Stefan Sensenschmidt ist vor einer Woche aus der FDP ausgetreten. Das bestätigte der 50-Jährige am Dienstag auf Nachfrage unserer Zeitung. Damit ziehe er die Konsequenz aus dem „katastrophalen Ergebnis“, das seine Partei bei der Kommunalwahl am 25. Mai erzielt habe, sagte Sensenschmidt.

309 Werdohler hätten für die FDP gestimmt. „Jeder der 16 Wahlbezirkskandidaten hat im Schnitt also nur 19 Stimmen bekommen“, rechnete der 50-Jährige vor. Sensenschmidt selbst, der hinter dem Fraktionsvorsitzenden Friedhelm Hermes und dem Parteivorsitzenden Jürgen Neumann auf Platz 3 der FDP-Reserveliste stand, bildet keine Ausnahme. Er erreichte in seinem Wahlbezirk (Königsburg) exakt 19 Stimmen. Auch sein persönliches Ergebnis sei katastrophal, sagte Sensenschmidt. „Da gibt es nichts schönzureden.“

Zwar seien mit Neumann und Hermes weiterhin zwei FDP-Mitglieder im Rat vertreten. Aber bei gut 150 Stimmen pro Mandat fehle einfach die Legitimation, sagte Stefan Sensenschmidt. Nach der Wahl habe er deshalb seinem Ortsverband mitgeteilt, dass er auch dann nicht als Ratsmitglied nachrücken würde, sollten Hermes oder Neumann ihr Mandat aus irgendeinem Grund nicht ausüben können. Diese Entscheidung sei aber erst nach der Wahl gefallen, betonte Sensenschmidt. „Er hat den gesamten Wahlkampf aktiv mitgestaltet“, sagte auch der Ortsvorsitzende Jürgen Neumann.

Mit seinen Parteikollegen habe er keine Schwierigkeiten gehabt, sagte Sensenschmidt. Im Gegenteil: Der scheidende Liberale sprach von einem „fairen Umgang“, er habe „noch immer großen Respekt“ vor den Mandatsträgern und es sei „eine schöne Arbeit mit Hermes und Neumann“ gewesen. „Wir waren ein gutes Team.“

Anders äußerte sich Sensenschmidt über den Kreisvorsitzenden Axel Hoffmann. Da habe es „inhaltliche Auseinandersetzungen über den Führungsstil“ gegeben. Auch auf Bundesebene habe er sich inhaltlich nicht mehr auf einer Linie mit der FDP gesehen. Außerdem sei er gerade 50 Jahre alt geworden, bei der nächsten Kommunalwahl werde er 56 Jahre alt sein. Es sei wichtig, dass Jüngere die Parteiarbeit übernähmen, „nicht nur Leute, die aufs Rentenalter zugehen.“

Stefan Sensenschmidt gehörte dem FDP-Ortsverband seit 2009 an. Als sachkundiger Bürger verantwortete er die Politik der Liberalen im Jugendhilfe-, im Schul- und im Sozialausschuss. Auf Kreisebene war er außerdem sachkundiger Bürger im Kulturausschuss. Künftig will er seine Zeit in sein zweites Ehrenamt, den Verbraucherschutz, investieren. Er engagiert sich auch in der evangelischen Kirche.

Der Vorsitzende der Jungen Liberalen Plettenberg-Werdohl, Alexander Lilienbeck, werde künftig für die FDP in einigen Ausschüssen sitzen, teilte Jürgen Neumann mit. Am morgigen Donnerstag werde die Werdohler FDP die Gremien besetzen. - von Constanze Raidt

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