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Seltenes Ehrenzeichen für Werdohler DLRG-Schwimmer

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Von: Michael Koll

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Mehr als 50 Jahre Mitglied im DLRG Werdohl ist Manfred Bauer (Mitte). Dafür wurde er jetzt von Andreas und Christina Conrad ausgezeichnet.
Mehr als 50 Jahre Mitglied im DLRG Werdohl ist Manfred Bauer (Mitte). Dafür wurde er jetzt von Andreas und Christina Conrad ausgezeichnet. © Michael Koll

Das seltene Mitgliedsehrenzeichen in Gold erhielt jetzt Manfred Bauer von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Andreas Conrad, Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Werdohl, und Geschäftsführerin Christina Conrad waren die ersten Gratulanten für diese coronabedingt verspätete Ehrung.

Werdohl ‒ Eingetreten war der Jubilar in die Werdohler Ortsgruppe bereits am 23. Oktober 1970. Zunächst war Bauer auch aktiv: „Bis 1974 habe ich Schwimmausbildungen geleitet“, erinnert sich der Werdohler, der am 9. Dezember 67 Jahre alt wird. „Doch dann bin ich zur Bundeswehr gegangen und danach fand ich keine Zeit mehr für dieses Hobby.“

Das treue DLRG-Mitglied schildert sein Berufsleben: „Durch die Kurzschuljahre bei der Umstellung vom Schuljahresende zu Ostern auf den Sommer, habe ich schon mit 14 Jahren mit meiner Lehre begonnen.“ Zunächst lernte der Werdohler Werkzeugmacher. Die Ausbildung erstreckte sich von 1969 bis 1972. Schon Anfang der 1980er-Jahre absolvierte Bauer eine Weiterbildung zum Industriemeister. Anschließend wechselte er in die Gießerei. Schließlich wurde er Produktionsleiter bei seinem Arbeitgeber.

„Vor 20 Uhr war ich doch nie zuhause“, beklagt er im Rückblick. „Die Kinder waren dann schon immer im Bett“, unterstreicht er. „Und wenn ich ankam, sagte meine Frau oft, dass schon der erste aus der Firma wieder mit einer Frage angerufen hat.“ Stress zog sich durch sein gesamtes Arbeitsleben. Überstunden seien erwartet worden. Reisen durch ganz Europa gehörten auch dazu. Dennoch habe er der DLRG stets die Treue gehalten, „weil das etwas sehr Sinnvolles ist“.

Erst in diesem Sommer habe sein Enkel Lukas bei der DLRG das Schwimmen erlernt. Er, Manfred Bauer, habe sich das noch selbst antrainieren müssen. „Da bist Du im Freibad ins Becken gesprungen. Und irgendwann konntest Du dann schwimmen“, erinnert sich der noch 66-Jährige.

Bei der Erinnerung lächelt Bauer. „Das hat einfach Spaß gemacht damals.“ Busse seien seinerzeit zwar noch nicht unterwegs gewesen. Auch hätten seine Eltern kein eigenes Auto gehabt. „Wenn ich ins Freibad wollte, bin ich mit dem Fahrrad hingefahren – oder einfach zu Fuß gegangen.“

Reizvoll an einer DLRG-Mitgliedschaft sei zudem gewesen, „dass die ja ihr Vereinsheim am Freibad hatten und dort auch ein einfaches Holzruderboot“, verrät Bauer. „Damit sind wir oft bis runter zum Viadukt gefahren.“ Dann fügt er hinzu: „Für diesen Mehrwert hat sich der Jahresbeitrag vier Mark gelohnt.“

Heute sei er nicht mehr Gast im Freibad. „Ich schwimme nur noch im Urlaub“, gesteht Bauer, „zuletzt in Gran Canaria.“ Dann muss er sich aber selbst korrigieren: „Wobei sich unser Enkel Lukas jetzt zu Weihnachten einen Tag mit Oma und Opa im Aquamagis in Plettenberg gewünscht hat.“ Gut möglich, dass dieser Wunsch auch in Erfüllung geht.

Eine Erinnerung an seine aktive Zeit in der DLRG fällt dem Jubilar dann noch ein: „Beim Rasenmähen am Vereinsheim bin ich mal von irgendwelchen Viechern gestochen worden – und zwar von ziemlich vielen“, beginnt er diese Anekdote. „Das waren wohl blinde Fliegen“, erinnert er sich. „Abends habe ich Schüttelfrost bekommen.“ Zwar sei er zur Hausärztin gegangen, doch die sei auch bloß ratlos gewesen und habe ihm lediglich geraten: „Warten Sie es einfach mal ab.“ Bauer lächelt einmal mehr, zuckt mit den Schultern und sagt: „Na, ich habe es überlebt.“

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