Sek-I-Bereich in Werdohl wird weiter schrumpfen

Heinz Rohe (l.) und Bernd Bunge (r.) haben sich Gedanken über die Zukunft ihrer Schulen gemacht.

WERDOHL ▪ Die Gründung einer Gemeinschaftsschule in Neuenrade und der allgemeine Rückgang der Schülerzahlen wird schon bald die Werdohler Schullandschaft verändern. Die Leiter von Real- und Gesamtschule, Bernd Bunge und Heinz Rohe, haben sich zu dem Thema ihre Gedanken gemacht.

Beide waren von der Stadtverwaltung aufgefordert worden, Stellungnahmen zur von der Verwaltung befürworteten Kooperation mit der geplanten Neuenrader Schulform abzugeben. Wie berichtet hat am Montag im Hauptausschuss eine Mehrheit von CDU und WBG dafür gesorgt, dass erstmal kein Kooperationsvertrag geschlossen wird.

Heinz Rohe spricht sich ganz klar für eine Kooperation seiner Schule mit der Neuenrader Gemeinschaftsschule aus. Er geht davon aus, dass die Gründung der Gemeinschaftssschule Neuenrade der Gesamt- und der Realschule sämtliche Sek-I-Einpendler aus Neuenrade kosten werde. Das seien pro Jahrgang maximal 20 Jugendliche bei der AEG und 15 bei der Realschule. Rohes Einschätzung zufolge verblieben dann der Realschule ausschließlich die Werdohler Schüler. Die AEG werde weiter Einpendler aus Altena und Plettenberg haben, deren Zahl wegen des Rückgangs der Schülerzahlen und der zukünftigen Schulplanung sich deutlich nach unten entwickeln werde. Die Gesamtschule, so Rohe, werde „zu Lasten der beiden anderen Werdohler Sek-I-Schulen mehr Werdohler Anmeldungen aufnehmen“. Die AEG werde bei Vollausbau der Neuenrader Schule im Jahr 2017/18 bis zu 20 Schüler aus Neuenrade für die gymnasiale Oberstufe Sek-II gewinnen können. Rohe: „Insofern ist die angestrebte Kooperation sinnvoll.“

Rohe geht in seiner Einschätzung aber noch weiter. Die Stadt Werdohl werde „schon bald“ nicht umhin kommen, Zusammenlegungen im Sek-I-Bereich zu beschließen. Seiner Meinung nach werde es „Politik aller Parteien in NRW“ werden, eine Sek-I-Schule von Klasse fünf bis zehn mit oder ohne dreijährige Oberstufe neben einem G-8-Gymnasium aufzubauen. Alle Kommunen würden versuchen, ihren Schülern am Ort ein möglichst breites Schulangebot zu machen.

Bernd Bunge sieht die Zweizügigkeit der Realschule in dem Fall gefährdet, wenn auf einen Schlag alle Neuenrader Anmeldungen zum neuen Schuljahr entfallen würden. Die Gründung der Gemeinschaftsschule in Neuenrade fasse er als Ansporn auf, die Leistungsfähigkeit „unserer traditionellen Realschule weiter zu verbessern“. Falls die Annahmen seines Kollegen Rohe zuträfen, werde das Miteinander von Haupt-, Real- und Gesamtschule nicht mehr wie bisher aufrecht zu erhalten sein. Wenn nur noch die Gesamtschule übrigbliebe, hätten die Eltern keine Wahlmöglichkeit mehr.

Ob es in der Werdohler Politik zu einer weitergehenden Diskussion kommen wird, ist fraglich. Der Vorschlag der SPD, die beiden Schulleiter in den Fachausschuss einzuladen, wurde sofort von Stefan Ohrmann (CDU) abgeblockt: „Brauchen wir nicht.“

Volker Heyn

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