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Seit einem Jahr im Amt: Bürgermeister Späinghaus zieht besondere Bilanz

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Von: Volker Griese

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Bürgermeister Andreas Späinghaus hat sein erstes Amtsjahr im Werdohler Rathaus durchbuchstabiert.
Bürgermeister Andreas Späinghaus hat sein erstes Amtsjahr im Werdohler Rathaus durchbuchstabiert. © Griese, Volker

Seit einem Jahr ist Werdohls neuer Bürgermeister Andreas Späinghaus (SPD) nun im Amt. Die ersten zwölf Monate seiner Amtszeit waren ereignisreich – für ihn persönlich, aber auch für die Stadt.

Schon kurz nach Dienstantritt hat sich der Bürgermeister der Feuerwehrgerätehäuser angenommen, ehe ihn kurz vor Weihnachten eine Corona-Infektion außer Gefecht gesetzt hat. Nach seiner Genesung und Rückkehr ins Rathaus hat der Rat den Masterplan 2040 verabschiedet, im Sommer hat Späinghaus die Neustrukturierung des Jugendamtes auf den Weg gebracht. Jetzt hat der Bürgermeister sein erstes Amtsjahr und das Geschehen in „seiner“ Stadt anhand von Begriffen, die ihm Volker Griese vorgegeben hat, durchbuchstabiert. Ein etwas anderes Herangehen an Werdohler Themen von A bis Z:

A

wie Arztpraxen: Ich freue mich sehr, dass Werdohl wieder einen Hautarzt hat. Im Bereich der Versorgung mit einem Kinderarzt oder einer Kinderärztin sehe ich einen Silberstreif am Horizont.

B

wie Bildung: Wir haben in unserer Stadt ein sehr gutes Bildungsangebot, nicht nur in den Schulen, sondern auch in der VHS und der Musikschule. Von Grundschule bis zum Abitur können SchülerInnen beschult werden. Das ist ein Standortfaktor!

C

wie Chancengleichheit: Unser Staat ist so aufgestellt, dass wir von Chancengleichheit sprechen können. Ich habe aber den Eindruck, dass der Zugang zur Gleichheit nicht durchgängig für alle ist. Viele fallen durch den Rost. Insoweit ist Chancengleichheit ein guter Anspruch, der aber in unserem System nicht gleich umgesetzt werden kann.

D

wie Digitalisierung: Die Digitalisierung unserer Schulen war und ist ein Zukunftsprojekt, wir sind da in Werdohl extrem gut aufgestellt. Ich freue mich darauf, wenn wir im Bereich des Rathauses auch mal so weit sind.

E

wie Einzelhandel: Nicht nur ein Werdohler Problemkind. Einzelhandel kann nur vom direkten Kontakt mit Kunden leben. Das ist in der Pandemie leider nur eingeschränkt möglich, das führt natürlich dazu, dass Geschäfte geschlossen werden müssen. Ich wünsche mir für die Zukunft mehr oder andere, kreative Geschäftsansätze.

F

wie Feuerwehrhäuser: Jaaaa – endlich ist das erste Feuerwehrhaus auf dem Weg. Noch ganz am Anfang des Weges, aber er wird nun konsequent gegangen. Unsere Feuerwehr hat vernünftige Häuser verdient. Ich bin mit meinen fähigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rathaus auch auf dem Weg, auch nach Übergangslösungen zu suchen. Ich bin tatsächlich stolz darauf, dass wir endlich so weit sind. Mein erstes Thema an meinem ersten Arbeitstag war das Feuerwehrhaus. Ich lasse da auch nicht mehr locker.

G

wie Gewerbeflächen: In meiner Haltung zum Gewerbepark Rosmart II bin ich konsequent geblieben. Ich bin sehr froh, dass sich im Bereich Elverlingsen für unsere Stadt ganz neue gute Perspektiven ergeben, die ich voll und ganz unterstütze.

H

wie Hochwasser: Durch den Einsatz im Hochwasser hat die Werdohler Feuerwehr im Juli einen Kameraden verloren. Das stellt alles Geschehene, alle Schäden in den Schatten – es macht mich immer noch sehr, sehr traurig. Wir müssen Hochwasser „anders denken“, so zum Beispiel bei der Planung des Feuerwehrhauses am Grasacker.

I

wie Integration: Ich kann nicht sagen, dass Integration gelungen ist. Ich weiß auch nicht, ob man Integration so überhaupt definieren sollte. Ich habe zum Beispiel türkische Freundinnen und Freunde, ich bin mit Türken, Spaniern, Italienern, Portugiesen und Polen zur Schule gegangen. Ich habe eine vietnamesisch-stämmige amerikanische Schwiegertochter. In meinem engeren Bereich ist Integration durchaus gelungen. Dabei verschließe ich nicht die Augen vor Parallelgesellschaften et cetera, die gibt es aber auch in anderen Ländern und anderen Bereichen.

J

wie Jugendamt: Der Allgemeine Soziale Dienst ist mit einem guten, jungen und motiviertem Team aufgestellt. Michael Schröder aus Plettenberg unterstützt uns noch. Ich denke, wir werden die Amtsleitung wieder besetzten können. Ich habe mal in einer Mitarbeiterrunde von einem Neustart gesprochen. Dieser Neustart ist noch nicht abgeschlossen, aber der „Rechner Jugendamt“ fährt wieder hoch.

K

wie Kreisverkehr: Der ist schön geworden und wird sicherlich auch noch komplett fertiggestellt, wenn es denn die Post-Hochwasser-Lage erlaubt. Rein verkehrstechnisch ist dieser Kreisverkehr ein Highlight, die Hartnäckigkeit von Jürgen Henke hat sich ausgezahlt – danke dafür!

L

wie Lennebrücke: Ich kann es kaum glauben – aber sie wird wohl tatsächlich gebaut, bin mal gespannt, freue mich drauf!

M

wie Mittagessen 2040: Eine Scheibe Brot und ein Apfel täglich. „An apple a day keeps the doctor away“, sagen die Engländer. (Deutsch: „Ein Apfel am Tag hält den Doktor fern.“) Es wäre schön, wenn in einem reichen Land wie Deutschland jeder ein Mittagessen hätte.

N

wie Neuanfang: Der Februar war nach meiner Corona-Infektion so etwas wie ein Neuanfang. Nach der Hochwasserkatastrophe muss sich Werdohl auch neu finden und wieder neu anfangen. Neuanfänge habe aber für mich immer etwas Positives, sie sind auch ein Zeichen für einen Aufbruch in etwas Neues.

O

wie Ordnung (und Sicherheit): Das Thema wurde ja politisch durch einen eigenen Ausschuss aufgewertet. Ordnung (Müll) ist in Werdohl tatsächlich ein Problem, was man klar benennen muss. Das Müllaufkommen ist mitunter spektakulär, da müssen wir uns in Werdohl jedoch an die eigene Nase fassen.

P

wie Pandemie: Eine böse Zeit, die den Menschen die Unvoreingenommenheit genommen hat. Und: Leute, lasst Euch impfen!

Q

wie Quarantäne: Schwierige Zeit nicht nur für Betroffene, sondern auch für die Personen, die kontrollieren müssen. Hut ab vor meinem Ordnungsamts-Außendienst!

R

wie Roma (und Sinti): In Deutschland leben etwa 70 000 Sinti und Roma. Durch den Zuzug der EU2-Bürger suchen auch einige Sinti und Roma hier in unserer Region eine neue Heimat.

S

wie Stadtentwicklung: Stadtentwicklung ist ein ständiges Thema. Das neue Stadtentwicklungskonzept, der Masterplan 2040, geht in die Umsetzung. Ein Prozess, für den ich mir eine starke Bürgerbeteiligung wünsche.

T

wie Turnhallen: Werdohl stellt dem Sport und den Schulen gut ausgestattete Hallen zur Verfügung. Im Rahmen des Masterplans 2040 würde ich gerne – gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern und der Politik – das neue Ideen-Konzept für die Sporthalle in Eveking umsetzen.

U

wie Umweltschutz: Im Grunde ein Dauerläufer. Wenn ich die Müllberge sehe, die leider viele Menschen in Werdohl hinterlassen, macht mich das traurig und wütend. Bei vielen Mitbürgerinnen und Mitbürgern ist jeglicher Sinn und Verstand für den Umweltschutz verloren gegangen. In diesen Fällen sehe ich Umweltschutz tatsächlich sehr kleinteilig.

V

wie Versetal: Hier leben ganz viele für ihr Tal engagierte Menschen, die sich einbringen und die etwas bewegen wollen. Die Vorschläge für die Nutzung der Sporthalle Eveking sind ein gutes Beispiel dafür. Ich freue mich sehr über dieses Engagement, wir werden es im Masterplan 2040 aufgreifen.

W

wie WK Warenhaus: Die niederländische Firma Ten Brinke hat das WK-Gebäude gekauft. Es wird dort wieder Handelsverkaufsflächen geben. Eine Entwicklung, die mich sehr positiv stimmt. Wir müssen nun abwarten, in welchem zeitlichen Rahmen eine Umsetzung erfolgen kann und wird.

X

wie XXL-Herausforderung: Das Bürgermeisteramt – aber genau das habe ich mir vorgestellt und es so gewollt.

Y

wie Yin und Yang: Sie stehen für polar einander entgegengesetzte und dennoch aufeinander bezogene duale Kräfte oder Prinzipien, die sich nicht bekämpfen, sondern ergänzen. So wünsche ich mir die Zusammenarbeit zwischen Politik und Verwaltung.

Z

wie Zukunftsaussichten: Ich bin ein ewiger Optimist, deswegen bin ich davon überzeugt, dass unsere Stadt, unsere Region gute Zukunftsperspektiven hat. In Werdohl stellen wir gerade gemeinsam mit der Politik die Weichen in Richtung Zukunft. Sicherlich ist das ein langwieriger Weg. Ich denke, die Menschen in unserer Stadt haben es verdient, dass wir uns alle für eine gute Zukunft unserer Stadt ins Zeug legen.

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