Prägendes AEG-Lernkonzept: Dr. Hahn denkt gerne an Werdohl zurück

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Das AEG hat Wissenschaftsredakteurin Dr. Lisa Hahn stark geprägt.

Werdohl - Dr. Lisa Hahn arbeitet als Wissenschaftsredakteurin für eine ernährungswissenschaftliche Fachzeitschrift. Vor 16 Jahren hat die gebürtige Werdohlerin ihre Reifeprüfung an der Albert-Einstein-Gesamtschule (AEG) abgelegt.

Sie ist sich sicher: „Hätte ich eine andere Schule besucht, hätte ich bestimmt auch mein Abi gemacht, ich hätte aber wohl einen anderen Berufsweg eingeschlagen.“ 

Hahn, deren Mädchenname Jansen lautet, wohnt heute in Fernwald im hessischen Landkreis Gießen. Sie erinnert sich: „Ich wusste schon früh, dass ich studieren will.“ Doch auch ohne den akademischen Berufsweg einzuschlagen, brauche der Heranwachsende heute mehr denn je ein Abitur. „Es ist wichtiger, als es für uns damals schon war. Denn eine Wahl im Leben zu haben, ist enorm wichtig. Und selbst immer mehr Ausbildungsbetriebe setzen (Fach-)Abitur voraus.“ 

Die Ernährungswissenschaftlerin hebt die Bedeutung der drei zusätzlichen Schuljahre in der Oberstufe hervor. „Sie sind extrem prägend und wertvoll. Man wird flügge, probiert aus, genießt neue Freiheiten im Leben und hat trotzdem immer noch die sichere Basis der Schule im Hintergrund.“ Das Wichtigste für ihr Leben, was sie an der Werdohler Gesamtschule gelernt habe, sei „über den Tellerrand hinauszuschauen“. 

Dr. Lisa Hahn.

Hahn blickt auf die 1990er-Jahre zurück: „Durch den sehr praxisnahen, vielfältigen und abwechslungsreichen Schulalltag habe ich viele Aspekte des Lebens kennengelernt. Wir haben gelernt, dass es wichtig ist, andere Meinungen zu respektieren, dass es immer auch andere Lebensstile, Ansichten, Vorlieben und Wege gibt.“ Und so habe sie die Schulzeit beruflich wie privat „ganz stark geprägt“. Die Albert-Einstein-Gesamtschule „gab uns die Möglichkeit, viel auszuprobieren und so herauszufinden, wer wir sind und wo wir hinwollen“. Ihren Sinn für Solidarität habe sie zudem auf dieser Schule entwickelt. 

Schüler blieben Individuen und lernten voneinander

Dort blieben alle Schüler Individuen und lernten gleichzeitig voneinander. „Dieses Lernkonzept hat mich sehr geprägt.“ Der Schulalltag an der AEG sei voller „Humor und Menschlichkeit“ gewesen. Schüler und Lehrer seien zudem familiär miteinander umgegangen. Heute – mit dem Abstand von einigen Jahren – „weiß ich das noch viel mehr zu schätzen, denn nun weiß ich, dass das nicht selbstverständlich ist“. 

Am nachhaltigsten hinterließ Beate Nordmann bei ihr Eindruck – ihre Lehrerin in Ernährungslehre: „Meinen Berufswunsch bekam ich so schon durch den Schulunterricht.“ Die Stunden bei Nordmann hätten sie regelrecht begeistert. „Das war spannend für mich“, sagt die Mutter zweier Töchter im Alter von zwei beziehungsweise vier Jahren. „Den beiden möchte ich etwas weitergeben, was ich an der AEG gelernt habe: Vertrauen in sich und andere zu haben“, sagt Hahn. 

Dazu gehöre es auch, anderen „ganz selbstverständlich Hilfe anzubieten“. Wenn ihre Sprösslinge ihr die Zeit lassen, frönt sie der zweiten Leidenschaft, die die Schule in ihr hervorrief: dem Sport. „Mein persönliches Highlight war damals die Rhönrad-AG. Heute gehe ich gerne joggen oder schwimmen.“ Nach der Schule studierte Hahn Ökotrophologie in Gießen. 

Sie promovierte im Fachgebiet der Ernährungsverhaltensforschung. Sie war zunächst wissenschaftliche Mitarbeiterin einer Heidelberger Stiftung und Dozentin an Hochschulen, bevor sie ihre jetzigen Arbeitsstelle antrat. In Werdohl ist Hahn nach eigener Auskunft auch heute noch häufig zu Besuch. Ihr Lieblingsort sei das Neubaugebiet in der Becke. 

„Dort bin ich aufgewachsen, es ist für mich Heimat und Zuhause.“ Werdohl als Gesamt-Stadt „ist für mich meine Wurzel“. Hahn formuliert es folgendermaßen: „Dort haben meine Familie und die Schule mich das Fliegen gelehrt. Hier bekam ich die Basis für alles, was ich heute bin.“ Als Kind habe sie darüber hinaus das Hallenbad auf dem Riesei geliebt.

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