IG Metall ruft zu Warnstreik bei VDM in Werdohl auf

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In der Vergangenheit wurden häufig die gewerkschaftlich organisierten VDM-Beschäftigten zum Streik aufgerufen.

Werdohl - Der Industriegewerkschaft Metall geht es um sechs Prozent mehr Lohn und flexiblere Arbeitszeiten für die Beschäftigten: Seit dem 1. Januar ist die sogenannte Friedenspflicht zwischen den Arbeitgebern der Metall- und Elektroindustrie und der IG Metall abgelaufen. Damit darf nun im Zuge der neuen Tarifrunde gestreikt werden.

Dieses Recht will die IG Metall wahrnehmen. Mittwoch findet ab 9.30 Uhr ein Warnstreik bei VDM Metals in Werdohl statt. Aufgrund des Warnstreiks sei mit Rückstaus an der B 236 zu rechnen, kündigt Fabian Ferber von der IG Metall im Märkischen Kreis an.

Ulrich Kunz, ehrenamtliches Mitglied des Vorstands der Märkischen IG Metall, sitzt den Arbeitgebern der Metall- und Elektroindustrie in NRW am Verhandlungstisch gegenüber. Er ist Teil der Verhandlungskommission der Gewerkschaft. Verhandlungsführer auf Arbeitgeberseite ist sein Arbeitgeber, Arndt Kirchhoff. Kunz bekräftigt die Forderungen der IG Metall in dieser Tarifrunde: „Die wirtschaftlichen Daten der Branche zeigen klar nach oben. Die Rückmeldungen der Kolleginnen und Kollegen aus den Betrieben bestätigen das. Wirtschaftlicher Wohlstand ist nur dann gerecht, wenn er bei den Beschäftigten, die für diesen Erfolg arbeiten, auch sichtbar ankommt. Die Lohnentwicklung muss zur Konjunktur passen. Deswegen fordern wir eine Lohnerhöhung von sechs Prozent.“

Gudrun Gerhardt, Erste Bevollmächtigte der IG Metall im Märkischen Kreis, ist Mitglied der Verhandlungskommission und sitzt bei den Verhandlungen direkt gegenüber den Vertretern der Arbeitgeberseite. Sie legt ihr Augenmerk auf die Forderungen zur Arbeitszeit in dieser Tarifrunde: „Die Arbeitgeber wollen mehr Flexibilität. Das wollen wir auch. Der Unterschied ist, dass für die Arbeitgeber Flexibilität weitestgehend die Abschaffung von Pausen- und Ruhezeiten bedeutet und eine Erreichbarkeit von möglichst 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche.“

Gerhardt weiter: „Wenn wir über Flexibilität reden, meinen wir mehr Selbstbestimmung und Freizeit für die Beschäftigten. In Zeiten von Digitalisierung und Verdichtung von Arbeitsabläufen benötigen wir mehr Freiräume. Deswegen fordern wir insbesondere für die Familienphasen die Möglichkeit, die Arbeitszeit auf 28 Stunden reduzieren zu können.“

Zum Beispiel Kindeserziehungszeiten oder Pflegezeiten für die eigenen Eltern seien mit enormem Aufwand verbunden. Dieser Aufwand sei ein großer Dienst an den Angehörigen – aber auch an der Gesellschaft selbst. Deswegen müsse hier endlich mehr Familienfreundlichkeit geschaffen werden. Gerade für Frauen fordere die Gewerkschaft ein verbindliches Rückkehrrecht auf Vollzeitarbeit. Ohne dieses Recht führe Teilzeitarbeit zu Altersarmut, weil möglicherweise zu wenig in die Rentenkasse eingezahlt wird.

Gerhardt: „Hier besteht Handlungsbedarf und diesem Bedarf werden wir nun mit Warnstreiks Druck verleihen.“

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