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Bundesverdienstkreuz für Ehepaar Guder - jahrzehntelanges Engagement im Schwimmsport

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Von: Carla Witt

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Landrat Marco Voge zeichnet die Eheleute Guder mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande aus.
Landrat Marco Voge zeichnet die Eheleute Guder mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande aus. © Witt

Die Eheleute Susanne und Hans-Peter Guder sind am Mittwoch von Landrat Marco Voge mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden.

Werdohl – Während des Festaktes im Rathaus würdigte nicht nur Voge das ehrenamtliche Engagement der Werdohler, ganz besonders im Schwimmsport. Doch alles aufzuzählen, was das Ehepaar für die Gesellschaft geleistet hat, sei einfach nicht möglich, unterstrich der Landrat: „Es würde viel zu lange dauern und diesen Rahmen sprengen.“

Ehepaar-Auszeichnung extrem selten

Dass die Verleihung dieser hohen Auszeichnung an ein Ehepaar etwas ganz Besonderes ist, verdeutlichte der Landrat. „Es ist im Märkischen Kreis in den vergangenen mehr als 20 Jahren erst die vierte Ordensverleihung an ein Ehepaar.“ Doch Voge ließ keinen Zweifel daran, dass Susanne und Hans-Peter Guder diese Ehrung verdient hätten, die im Namen des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier vorgenommen wird.

Annährend ein halbes Jahrhundert im Vereinsvorstand

Fast 50 Jahre ist Hans-Peter Guder im Vorstand des Schwimmvereins 08 Werdohl (SV 08) aktiv, länger als 20 Jahre war er Vorsitzender des Vereins, stellte der Landrat bewundernd fest. Seine Frau Susanne leistet seit mehr als 30 Jahren Vorstandsarbeit für den SV 08. Beide haben weitere Ehrenämter inne: Hans-Peter Guder ist Beisitzer im Stadtsportverband Werdohl, Susanne Guder ist sowohl Frauenwartin im Stadtsportverband Werdohl als auch im Hauptvorstand des TuS Jahn Werdohl.

Besonderes Engagement für Nichtschwimmer-Ausbildung

Ganz besonders fällt aber der Einsatz des Ehepaars für Kinder und Jugendliche ins Gewicht. Unzählige Kinder, aber auch Erwachsene, haben bei Susanne und Hans-Peter Guder das Schwimmen gelernt. Unter anderem im Rahmen mehrerer Projekte, für die sich das Ehepaar stark gemacht hat, haben in Zusammenarbeit mit den Grundschulen zeitweise alle Viertklässler das Schwimmen gelernt. In Kindertageseinrichtungen haben die rührigen Werdohler erfolgreich für Wassergewöhnungkurse getrommelt, und sie haben Schwimmprojekte für Flüchtlingskinder aus der Taufe gehoben.

Schwimmunterricht für Kinder mit Handicap

Der Tatsache, dass sich Hans-Peter Guder um Schwimmunterricht für Kinder mit Handicap kümmert, zollte Landrat Marco Voge besonderen Respekt. So habe der Werdohler unter anderem einem Jungen mit Trisomie 21 das Schwimmen beigebracht.

Trainer- und Kampfrichter-Lizenz

Voge ließ keinen Zweifel daran, dass das Ehepaar – beide haben eine Trainer- und Kampfrichter-Lizenz – die Stadt Werdohl auch in sportlicher Hinsicht nach vorne gebracht habe. Viele weitere Stunden ihrer Freizeit hätten sie für das Training der Leistungsschwimmer und die Wettkämpfe an Wochenenden geopfert. „Ganz nebenbei“ organisiere Hans-Peter Guder zudem die Schwimm-Kreismeisterschaften der Grundschulen.

Förderung der Kreispartnerschaften

„Als Landrat freue ich mich natürlich ganz besonders darüber, dass sich Susanne und Hans-Peter Guder auch in besonderem Maße um die Kreispartnerschaft mit dem Kreis Ratibor in Polen, Wrexham in Wales sowie dem Kreis Elbe-Elster in Brandenburg verdient gemacht haben“, setzte Voge seine Laudatio fort. In diesem Zusammenhang erwähnt er natürlich auch das Internationale Schwimmfest, das am 3. und 4. September zum 36. Mal im Ütterlingser Freibad stattfinden soll.

Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Werdohl

Bürgermeister Andreas Späinghaus bat die Eheleute nach der Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande, sich nach einem entsprechenden Ratsbeschluss von Montag ins Goldene Buch der Stadt Werdohl einzutragen. „Der Name Guder ist ein Synonym für Schwimmsport, Wettkämpfe und Nichtschwimmer-Ausbildung“, stellte das Stadtoberhaupt fest. Und er attestierte den Geehrten: „Euer unermüdlicher Einsatz für den Schwimmunterricht ist beispielhaft.“ Das unterstrich auch CDU-Ratsherr Detlef Seidel, der das Ehepaar Guder für die Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande vorgeschlagen hatte.

Appell an die Lokalpolitiker: Hallenbad nicht schließen

Prompt ließ es sich der Geehrte nicht nehmen, genau an dieser Stelle gleich wieder anzuknüpfen. Nachdem er sich für die Auszeichnung, auch im Namen seiner Frau, bedankt hatte, appellierte Hans-Peter Guder an die Kommunalpolitiker im Ratssaal: „Bitte schließt unser Hallenbad nicht, wenn wir kein Gas mehr haben. Regelt die Temperatur runter, lasst uns im kalten Wasser schwimmen. Aber bitte sorgt dafür, dass unsere Wartezeiten für Schwimmkurse nicht wieder so lang werden, wie nach der Corona-Pandemie. Wenn man bedenkt, wie viele Kinder ertrinken, dann hat die Schwimmausbildung höchste Priorität.“

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