Werdohler Schüler üderwinden die Schwerkraft

Ob allein oder zusammen, die artistischen Sprünge der Jugendlichen sorgen bei Passanten für staunende Gesichter. Ihr Hobby können Lukas (17), Samuel (15) und Dan Luca (14) fast an jedem Ort betreiben. J

WERDOHL/NEUENRADE ▪ Überrascht waren wahrscheinlich schon viele Passanten in den Straßen und Parks von Werdohl und Neuenrade. Samuel Koch (15), Dan Luca Schlagner (14) und Lukas Rosner (17) betreiben die Funsportarten Parkour, Free-Running und Tricking. Das heißt, sie zeigen Salti oder Flic-Flacs auf dem harten Straßenpflaster.

Ungläubige Gesichter haben die drei Jugendlichen aus Neuenrade, die in Werdohl zur Schule gehen, schon oft gesehen. Für ihre – aus Sicht des Betrachters – waghalsigen Sprünge und Stunts nutzen die Jungen alle Möglichkeiten, die eine Stadt so bietet. Da geht es über Klettergerüste auf Spielplätzen, Mauern, Hecken und direkt an den Bäumen hoch. Ärger gab es bisher kaum – nur ein Gartenbesitzer vertrieb die Jungen von seiner Wiese.

Kennengelernt haben sich die drei über die freikirchliche Gemeinde in Werdohl und durch Kontakte über Freunde, die mit ihnen durch die Innenstädte ziehen. Das Hobby verbindet, denn Lukas besucht die Gesamtschule, Samuel ist auf dem Zeppelin-Gymnasium in Lüdenscheid und Dan Luca lernt in der Hauptschule in Neuenrade.

Lukas hat die Sportarten schon vor drei Jahren für sich entdeckt. Der 17-Jährige kannte Parcour aus dem Fernsehen und kam im Schwimmunterricht auf dem Sprungturm auf die Idee. „Dann habe ich einfach angefangen zu trainieren“, sagt der Schüler. Sprungkraft, Athletik und Körpergefühl sind für das ausgefallene Hobby notwendig. Das zahlt sich für Lukas auch beim Handballtraining bei der HSV Werdohl aus.

Schlimme Verletzungen hat noch keiner der jungen Straßenartisten davon getragen. „Wir wagen immer etwas Neues“, erklärt der Schüler, betont aber gleichzeitig, dass sie sich die Orte und Begebenheiten vorher „100 Mal“ anschauen. Einfach so sei das unmöglich.

Mittlerweile beherrschen Lukas, Samuel und Dan Luca ein breiteres Repertoire an Sprüngen. Dazu gehören unter anderem der Back-Flip (Rückwärts-Salto), der Webster (Vorwärts-Salto mit Kick) oder der Gainer (Rückwärtssalto nach vorne gesprungen). Feste Zeiten, wann sie sich treffen, haben die bis zu sechs Jugendlichen nicht. Die Treffen werden kurzfristig per Handy abgemacht. Langfristig haben sie sich aber das Ziel gesetzt einen eigenen Verein zu gründen. Anschluss an Turnvereine suchen die Freunde nicht.

Neue Kunststücke finden sie fast immer auf der Internetplattform Youtube. „Es ist einfach ein Glücklichmacher“, beschreibt Lukas das Gefühl, wenn die Jungen zum Beispiel auf dem Spielplatz neben dem Goetheparkplatz in Werdohl trainieren. ▪ ds

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