Zwischen Werdohl und Altena

Schwere Schäden: B236 noch lange gesperrt

An dieser Stelle nahe Elverlingsen war Wasser aus dem Hang geströmt und hatte Tonnen von Geröll auf der Bundesstraße hinterlassen. Auf der Seite im Bildvordergrund floss das Wasser in die Lenne und zerstörte dabei die Bankette. Hier ist die totgelegte Westfalengasleitung freigespült.
+
An dieser Stelle nahe Elverlingsen war Wasser aus dem Hang geströmt und hatte Tonnen von Geröll auf der Bundesstraße hinterlassen. Auf der Seite im Bildvordergrund floss das Wasser in die Lenne und zerstörte dabei die Bankette. Hier ist die totgelegte Westfalengasleitung freigespült.

Die Starkregenkatastrophe vor genau zwei Wochen hat nicht nur Wohnungen, Häuser, Keller und Fabrikanlagen überflutet, sondern auch zum Teil schwere Schäden an der Bundesstraße 236 Richtung Altena und deren Nebenstraßen hinterlassen.

Straßen.NRW ist mit eigenen Kräften und beauftragten Unternehmen schon weit gekommen mit der Aufarbeitung. Die Vollsperrung der B 236 im Altenaer Bereich Winkelsen wird allerdings noch unabsehbare Zeit in Anspruch nehmen.

Dort ist die erst vor kurzer Zeit erneuerte Gasleitung betroffen, die B 236 war deswegen schon einmal monatelang unpassierbar. Auf Werdohler Gebiet ist ebenfalls die Gasleitung betroffen, allerdings nur der im Zuge der damaligen Verlegung außer Betrieb genommene Strang. Was damals befürchtet wurde, ist im Prinzip eingetroffen. Der Hang oberhalb der Lenne drückte seit Jahren massiv auf die Fernleitung für Erdgas, dass die Verlegung um Elverlingsen herum notwendig geworden war. In einer Furt durch die Lenne stößt die neue Leitung bei Dresel auf die Bundesstraße in Richtung Werdohl.

Millionen Kubikmeter Oberflächenwasser

Durch den Starkregen hat der Hang weiter gedrückt und Millionen Kubikmeter Oberflächenwasser über die Bundesstraße in die Lenne geschickt. Ein klein dimensionierter Einlauf war überflutet, das Wasser drückte Tonnen von Geröll auf die B 236. Auf der Lenneseite wurde die Bankette aufgerissen, dort ist ein Stück der totgelegten Gasleitung betroffen.

In der Nähe dieser Stelle verstarb der Werdohler Feuerwehrmann Edo Höft während des Einsatzes vor genau zwei Wochen. Ein Kranz wurde dort niedergelegt. Hier waren Geröllmassen auf die B 236 gespült worden.

An dieser Stelle starb vor genau zwei Wochen ein Werdohler Feuerwehrmann während des Einsatzes. Die Kameraden und später die Mannschaft eines Rettungshubschraubers hatte eine Stunde lang Wiederbelebungsversuche unternommen.

Druck von der Leitung genommen

In einer ersten Maßnahme ist die angequetschte Leitung freigeräumt worden, um den Druck zu nehmen. Das Geröll ist durch die Baufirma Ossenberg weggeräumt worden. Mit einer Hochleistungskehrmaschine ist die Straße gereinigt. Ossenberg wird die Bankette wieder herstellen. Die Leitplankenträger stehen in der Luft. Wie lange diese Arbeiten dauern werden, konnte Straßen.NRW-Sprecher Andreas Berg nicht sagen. Ein Krisenstab bespreche täglich den Fortgang der Arbeiten. Aussagen über Fertigstellungen seien derzeit unmöglich.

Der Friedhof Biesenberg in Dresel ist derzeit kaum zu Fuß erreichbar. Die asphaltierte Zuwegung ist an mehreren Stellen zerstört.

Noch vor dem Unwetter war aufgefallen, dass die Fahrbahn der B 236 im Bereich Elverlingsen und Dresel beschädigt war. Es habe auch schon Überlegungen für eine Erneuerung gegeben, so Berg. Genau im Bereich der Überflutung war eine Geschwindigkeitsbeschränkung fest angebracht. Das Wasser hatte nicht nur symbolisch den Pfosten umgestürzt. Jetzt muss mehr erneuert werden als nur der Belag.

Zufahrt zum Friedhof Biesenberg unmöglich

Stark betroffen ist auch die kleine Straße zum evangelischen Friedhof Biesenberg in Dresel. Der kleine Biesenbergbach wird durch mehrere Siepen gespeist und plätschert normalerweise neben dem Sträßchen, bis er unter der Bundesstraße hindurch in die Lenne fließt. Vor zwei Wochen rissen die Wassermassen des Baches ganze Teile der Straße weg. Der Friedhof und die Gräber haben keinen erkennbaren Schaden genommen. Die Straße ist selbst zu Fuß kaum zu passieren, Bäume liegen quer, Schutt und Geröll versperren den Weg.

Straßensperrungen im MK: Straßen.NRW arbeitet Starkregenschäden ab

Im Bereich der Straßen.NRW-Niederlassung Südwestfalen gibt es zur Zeit noch acht Vollsperrungen, sechs davon im Märkischen Kreis. Die anderen beiden sind im Ennepe-Ruhr-Kreis. 16 Vollsperrungen im Märkischen Kreis konnten wieder aufgehoben werden. Zehn halbseitige Sperrungen bestehen aktuell noch im Kreisgebiet, nur zwei konnten aufgehoben werden. Neun Einengungen von Straßen sind weiterhin im Märkischen Kreis vorhanden, bislang konnte eine aufgelöst werden. Straßen.NRW-Sprecher Andreas Berg stellte diese Auflistung mit Stand 27. Juli zusammen.

Während die Einmündung der Höllmecke auf die B 236 in absehbarer Zeit wiederhergestellt sein wird, muss die Höllmecke selbst komplett neu aufgebaut werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare