Schulsozialarbeiterin Wirth soll in Werdohl bleiben

Rat und Verwaltung wollen Schulsozialarbeiterin Hanna Wirth unter allen Umständen in Werdohl behalten. Bislang endet ihr Arbeitsverhältnis im Juli kommenden Jahres. Angestrebt ist, sie unbefristet bei der Stadt einzustellen.

WERDOHL - Dass die große Politik unmittelbare Auswirkungen auf die Bürger der Stadt Werdohl hat, ist oft nicht nachvollziehbar. Ganz konkret wird aber der Zusammenhang zwischen der aktuellen Regierungsbildung in Berlin und den Werdohler Grundschülern am Ringen um die Finanzierung der Stelle der Schulsozialarbeiterin Hanna Wirth. Ziel aller Beteiligten ist, die junge Frau in Werdohl zu halten. Es könnte klappen, hofft Fachbereichsleiter Michael Grabs angesichts neuester Mitteilungen aus dem Ministerium.

Schulsozialarbeit wird in Nordrhein-Westfalen seit 2011 aus Mitteln des Bildungs- und Teilhabepaketes des Bundes finanziert. Das Geld wird weitergereicht an den Märkischen Kreis, der auf Antrag die Stellen bei Städten und Gemeinden bezahlt. Weil das Procedere der Finanzierung nicht von Anfang an klar war, wurde Hanna Wirth erst Mitte 2012 für ein Jahr befristet an den Werdohler Grundschulen eingestellt. Ihre Anstellung wurde ein weiteres Mal um ein Jahr befristet verlängert. Jetzt ist sie definitiv noch bis Ende Juli 2014 beschäftigt. Theoretisch endet die Finanzierung dieser Stelle mit Ende dieses Jahres. Hanna Wirth ist definitiv noch bis Sommer 2014 bei der Stadt beschäftigt, die Stellenfinanzierung reicht noch bis Ende 2014.

Der Rat hatte nach Anträgen von CDU und SPD beschlossen, die Verwaltung nach Mitteln und Wegen suchen zu lassen, Hanna Wirth weiterhin kostenneutral für die Stadt Werdohl zu beschäftigen.

Das Landesministerium hat jetzt der Stadtverwaltung mitgeteilt, dass Werdohl mit dieser Forderung nicht allein dasteht und dass es eine Gesetzesinitiative des Bundesrates für Schulsozialarbeit gebe. Sobald sich die aktuelle Regierung gebildet habe und der neue Bundestag erstmals zusammengetreten ist, werde das Gesetz zur Beratung vorgelegt. Michael Grabs schätzt das so ein: „Da gibt es offensichtlich ein hohes Druckpotential im Bundestag.“ Das Landesministerium habe der Stadt informell mitgeteilt, dass eine Entscheidung zur Weiterführung der Schulsozialarbeit in den Städten und Gemeinden über 2014 hinaus zu erwarten sei.

Wie eine aktuelle Mittelabfrage bei den Kreisen und kreisfreien Städten ergab, gibt es landesweit noch nicht ausgegebene Restmittel von 121 Millionen Euro. Im Märkischen Kreis sind 1,54 von 1,99 Millionen Euro für Schulsozialarbeit abgerufen worden. Die Kreisverwaltung hat noch 449 262 Euro Restmittel zur Verfügung.

Für Hanna Wirth und ihre Arbeit beginnt damit sozusagen ein Wettlauf mit der Zeit. Falls die Stadt die Zusage für ihre Weiterfinanzierung in den ersten Monaten des Jahres 2014 erhält, sollte einer dauerhaften Anstellung nichts im Wege stehen. Ihre Stelle kann nicht noch einmal befristet werden. Entweder wird sie unbefristet angestellt oder man trennt sich. Letzteres will niemand. Die Arbeit von Hanna Wirth wird von den Schulen, der Stadtverwaltung und den Politikern für so positiv eingeschätzt, dass der Wunsch nach Weiterfinanzierung unmittelbar der Stelleninhaberin gilt. Michael Grabs als Arbeitgeber: „Das Arbeitsrecht gibt uns Spielräume, die wir nutzen werden.“ Es gilt als ausgemacht, dass Hanna Wirth bei einer Finanzierungszusage unbefristet eingestellt werden soll.

Die 29-jährige Wirth wohnt mittlerweile in Lüdenscheid und stammt aus Siegen. Sie ist mit einer vollen Stelle seit August 2012 bei der Stadt Werdohl angestellt. Sie ist montags an der Grundschule Kleinhammer, dienstags an der katholischen Schule, mittwochs an der evangelischen Schule in Ütterlingsen und freitags an der Königsburg. Donnerstags steht sie für flexible Einsätze nach Absprache bereit.

Die Diplom-Pädagogin mit Fachrichtung Sozialpädagogik berät Eltern, die für ihre Kinder Ansprüche auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket haben.

Von Volker Heyn

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