Schulsozialarbeiterin Wirth hat sich gut eingelebt

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Hannah Wirth mittendrin: Die Schulsozialarbeiterin ist inzwischen nicht nur bei den Drittklässlern in Kleinhammer beliebt. Wirth ist an allen vier Grundschulstandorten in Werdohl tätig.

WERDOHL - Gleich mehrere Schülerinnen stürzen auf Hannah Wirth zu. Andere rufen laut den Namen der Schulsozialarbeiterin, um sie zu begrüßen. Kein Zweifel: Hannah Wirth ist beliebt. „Die Namen aller Schüler kenne ich aber immer noch nicht“, stellt die Schulsozialarbeiterin lächelnd fest. Schließlich ist sie an allen vier Werdohler Grundschulstandorten im Einsatz – und somit theoretisch für mehr als 700 Kinder zuständig.

Von Carla Witt

Am 1. August des vergangenen Jahres hatte Wirth ihre Arbeit in Werdohl begonnen. Inzwischen hat sie sich gut eingelebt: „Ich bin aber auch überall sehr freundlich aufgenommen worden“, stellt die 29-Jährige fest. Positives berichtet sie auch bezüglich ihrer Tätigkeitsfelder: „Meine Arbeit ist sehr vielfältig. Und mittlerweile hat sich alles gut eingespielt.“ Hannah Wirth ist die erste Schulsozialarbeiterin in Werdohl. „Dementsprechend war es für alle Beteiligten Neuland“, erinnert sich die Diplom-Pädagogin.

Besonders viel habe ihr die Einstiegsarbeit abverlangt. „Ich habe sehr viele Elternabende besucht, um mich und meine Tätigkeit vorzustellen.“ Auch galt es, viele Kontakte zu knüpfen – beispielsweise mit Beratungsstellen. „Wenn ich erfolgreich helfen will, muss ich vernetzt sein“, betont Wirth.

Vorrangig kümmert sich die Schulsozialarbeiterin um Kinder, deren Eltern Anspruch auf Gelder nach dem Bildungs- und Teilhabepaket haben. Sie können unter anderem Zuschüsse zu Klassenfahrten, zum Schulbedarf oder zum Mittagessen in der Schule beantragen. In diesem Zusammenhang ist es Hannah Wirth beispielsweise gelungen, Nachhilfe-Unterricht für rund 15 Schüler zu organisieren: „Dafür konnte ich junge Frauen, beispielsweise Studentinnen, gewinnen“, erzählt die 29-Jährige. Ein oder zwei Mal pro Woche würden die Schüler im Rahmen einer Einzelförderung betreut. Die Kosten dafür übernimmt die jeweils zuständige Stelle, beispielsweise das Jobcenter. Natürlich vermittele sie den Nachhilfeunterricht auch an Eltern, die keine Zuschüsse erhalten und die Förderung für ihre Kinder selbst zahlen – vorausgesetzt, es sind Kapazitäten frei.

Darüber hinaus ist Hannah Wirth auch Ansprechpartnerin bei Problemen – für die Schüler, die Lehrer und die Eltern. „Dieses Angebot wird gut angenommen“, erklärt die Schulsozialarbeiterin. Sie bemühe sich stets, eine neutrale Position einzunehmen. Egal, ob es um Streitigkeiten der Schüler untereinander oder um Verständigungsprobleme zwischen Eltern und Lehrern geht. Das sei natürlich nicht immer einfach. „Aber es ist spannend“, betont Wirth. Für die Zukunft wünscht sich die Diplom-Pädagogin, die Elternarbeit noch weiter intensivieren zu können: „Ich möchte noch mehr Eltern ins Boot holen und ihnen klar machen, dass sie am Schulleben ihrer Kinder teilhaben können und sollen.“ Darüberhinaus hat sie noch einen weiteren Wunsch: Wirth möchte auch noch im Herbst des kommenden Jahres an den Werdohler Grundschulen arbeiten. „Mein Vertrag läuft bis zum Sommer 2014“, sagt sie und betont: „Ob es dann weitergeht, ist allerdings eine politische Entscheidung.“ Finanziert wird ihre Stelle bisher aus dem Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes. Allerdings ist diese Anschubfinanzierung auf zwei Jahre, bis 2014, begrenzt.

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