„Schulqualität ist nicht abhängig vom Standort“

Der 65-stimmige neugegründete Schulchor sang „Viele kleine Leute“. Auch im Schulprogramm, aufgeschrieben von den Kindern des Schulparlaments, wurde die Verschiedenartigkeit in Gemeinschaft festgeschrieben.

WERDOHL ▪ Verschiedenartigkeit in Gemeinschaft schafft Entwicklung – so präsentierte sich gestern die evangelische Grundschule in Ütterlingsen. Pflegschaftsvorsitzender Volker Ossenberg fasste die Auseinandersetzung um den Platz der Schule in der Stadt so zusammen: „Schulqualität ist nicht abhängig vom Standort.“ Von Volker Heyn

Schulleiterin Britta Schwarze begrüßte gestern Nachmittag in der Turnhalle eine „ganz überwältigende Masse an Gästen“. Die Kinder der Schule stellten die Ergebnisse der Projektwoche vor, angeführt vom neu gegründeten Schulchor. 80 Kinder waren zum Probesingen gekommen, 65 Jungen und Mädchen sind fest angemeldet. Die sangen zum Thema der Projektwoche „Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern.“ Nicht nur die Präsentation der Projektwoche sei ein Anlass für das gestrige Fest, den Eltern und Verwandten wurden auch die neu ausgestaltete Küche samt Mensa, der PC-Raum und der Kreativraum gezeigt. In den Klassenräumen sei in Bezug auf die Projektwoche nur wenig zu sehen, so Schwarze, ganz viel habe in den Köpfen und den Herzen stattgefunden. Und so an die Eltern gewandt: „Vielleicht beobachten Sie ja Veränderungen an Ihren Kindern.“ Neben Musik, Tanz und einem Theaterstück hatten die Kinder viel und besonders gern in großen Gruppen gearbeitet.

Bürgermeister Griebsch sprach nur kurz: „Die Stadt als Schulträger hat hier eine Menge gemacht.“ Die Umgestaltung des Schulhofes rücke immer näher. Das seien aber alles nur Äußerlichkeiten: „Das nützt nichts, wenn die Schule nicht lebt.“ Wie lebendig die evangelische Grundschule sei, könne er gerade miterleben. Und an die Eltern und Lehrerinnen gewandt: „Hier wird in Köpfe und Herzen investiert.“

Ausdrucksstark fiel das Theaterstück der dritten Klassen aus, die das „Vierfarbenland“ zeigten. Dabei wurden Grenzen und Farben aufgehoben, die die Kinder voneinander trennten. Der Schluss viel schon fast programmatisch aus: „Jedes Kind kann jetzt in jeder Farbe denken, fühlen, träumen und sich etwas wünschen.“

Starke Sätze hatte auch das 16-köpfige Schulparlament der Klassensprecher erarbeitet: Gemeinsamkeit mache stark, egal woher die Kinder kämen. Ausgrenzung werde nicht geduldet.

Der Schulpflegschafts-Vorsitzende Volker Ossenberg sprach offen den Umzug aus der Stadtmitte und den anschließenden Streit um den Standort der Schule in Ütterlingsen an. Die Zeit der dramatischen Veränderungen sei bald vorbei, damit sich wieder „ausschließlich auf die Arbeit mit den Kindern“ konzentriert werden könne. Eltern und Kollegium hätten mit der evangelischen Kirchengemeinde als Partner die Schule gestärkt: „Für andere hätte es das Aus bedeutet.“

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