Kostenlose Extra-Portion Vitamine für Grundschüler

Sudem, Julian, Lukas und Efe haben den Obstdienst für ihre Klasse übernommen. Bei der Auswahl achten sie sorgfältig darauf, dass genug für alle übrig bleibt. -  Foto: Benninghaus

WERDOHL -  Seit diesem Schuljahr gibt es in der Martin Luther-Grundschule jeden Morgen eine Extra-Portion Vitamine, denn die Schule ist eine von 800 Grundschulen, die am NRW-Schulobstprogramm teilnehmen.

„Rote Äpfel“, schwärmt die achtjährige Leonie, „sind am leckersten.“ Bledan isst lieber Weintrauben. Und wenn die beiden Drittklässler, die den Obstdienst übernommen haben, Obst und Gemüse auswählen, dann denken sie auch an ihre Klassenkameraden: „Daniel isst gerne Pflaumen, Aaron und Joshua teilen sich immer eine Gurke.“

„Als ich erfahren habe, dass wir dabei sind, habe ich laut Hurra gerufen“, berichtet Schulleiterin Britta Schwarze. Ihre Schule hatte sich für das EU-Schulobstprogramm, das seit dem Frühjahr 2010 in Nordrhein-Westfalen läuft, beworben und wurde ebenso wie die Städtische Gemeinschaftsgrundschule ausgewählt.

Durch den regelmäßigen Verzehr soll ein nachhaltiger Einfluss auf das Ernährungsverhalten der Kinder genommen werden, so heißt es im Förderprogramm. Der Obst- und insbesondere der Gemüseverzehr liege unter der von Fachgesellschaften empfohlenen Menge.

Dass die Aktion gut ankommt, kann Britta Schwarze nur bestätigen. „In der Gemeinschaft schmeckt Obst und Gemüse doch ohnehin viel besser“, nennt sie einen Aspekt, der beim gemeinsamen Schulfrühstück von Vorteil ist. Einige Obstsorten, die in den letzten Wochen von den Grundschülern bereits probiert worden sind, kannten manche Mädchen und Jungen gar nicht. „Die leckeren, dicken Pflaumen, die es zur Zeit gibt, hatten einige Kinder noch nie gegessen“, hat Britta Schwarze festgestellt. „Die Kinder probieren alles“, freut sie sich.

Besonders positiv aus Sicht der Schulleiterin: Stets gibt es Obst der Saison. Zur Zeit stehen daher Weintrauben und Pflaumen hoch im Kurs bei den Kindern. Auch Gemüse wie Gurken und Karotten hat der Schulobst-Lieferant immer dabei. Er achte auf Qualität und eine ausgewogene Vielfalt, lobt Britta Schwarze.

Einen Obstlieferanten zu finden, der für das EU-Programm lizensierten ist, war für Schwarze allerdings gar nicht so einfach. Geglückt ist es schließlich mit dem Werdohler Obsthändler Oguz Akaya, der sein Geschäft in Meinerzhagen betreibt.

Ein- bis zweimal pro Woche werden Äpfel, Aprikosen und Co. in die Ütterlingser Schule geliefert und hier in dem eigens eingerichteten Raum gelagert. Die Obstdienste der einzelnen Klassen dürfen dann morgens vor der Frühstückspause die große Auswahl treffen.

Sie sei begeistert, wie „entspannt“ die Schulobst-Aktion in den Schulalltag integriert werde, so Britta Schwarze. Bei jeder Obstschüssel, die gefüllt wird, gilt für alle Kinder: „Wir denken auch an die anderen.“

Das Programm sieht für jeden Schüler 300 Gramm Obst pro Woche vor. „Es ist immer reichlich da“, so die Erfahrung von Britta Schwarze und ihren Kolleginnen, die Melonen, Birnen oder Karotten für ihre Schützlinge zubereiten. Mitunter dürfen die älteren Schüler auch selber schnibbeln. Wenn mitunter doch einmal etwas übrig bleibt, wird dies an die OGS weiter gegeben.

Positiver Nebeneffekt: Durch das Obstprogramm wird auch der Geldbeutel des Fördervereins geschont. Der hatte bisher einmal im Monat einen großen Obstkorb gesponsert. Die 60 Euro, die dafür regelmäßig ausgegeben wurden, können nun für andere Aktionen eingesetzt werden.

Von Simone Benninghaus

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