Schulleiterin Hedda Maxeiner im Ruhestand

Im Kreise von Kolleginnen wurde Hedda Maxeiner (2.v.r.)am Dienstagmittag verabschiedet.

WERDOHL ▪ Hedda Maxeiner, seit genau zwanzig Jahren Leiterin der evangelischen Bekenntnis-Grundschule Werdohl, ist am Dienstag von Schulrätin Annette Heinz in den Ruhestand verabschiedet worden.

Maxeiner, die diesen Monat 61 Jahre alt wird, gab ausschließlich gesundheitliche Gründe für diesen Schritt an. Bereits im Jahre 2003 habe sie den Antrag auf Altersteilzeit gestellt – lange vor der Zeit, als der politische und gesellschaftliche Streit um den Standort der evangelischen Schule begann.

Dennoch hat diese Auseinandersetzung mit dem Ergebnis der Verlagerung der Konfessionssschule nach Ütterlingsen Spuren bei Maxeiner hinterlassen. In ihren Dankesworten nach der Verabschiedung mochte sie davon aber nicht mehr viel wissen: „Es gab sehr viel Stress mit der Politik, aber das lasse ich jetzt außen vor.“ Als Kollegin und fast schon Freundin wurde Maxeiner gestern in der Schule von Christel Kringe, der Leiterin der katholischen Grundschule, verabschiedet. Kringe sagte, dass Maxeiner diesen Tag manchmal spürbar ersehnt habe – die gesundheitlichen Schwierigkeiten waren mit den Jahren größer geworden. So war Maxeiner schon seit März nicht mehr im Schuldienst. Kringe erinnerte an „all die Stürme der Jahre“ und an die neun gemeinsamen Jahre beider Schulen in einem Gebäude. Die katholische Schulleiterin sprach auch für ihre evangelische Kollegin. Sie berichtete von öffentlichen Diffamierungen der Bekenntnisschulen, aber auch von wohlwollender Wertschätzung aus anderen Teilen der Werdohler Öffentlichkeit. Sie warb für den Fortbestand der Bekenntnisschulen: „Letztlich werden die Eltern über den Fortbestand entscheiden.“

Hedda Maxeiner sagte, dass ihr die Kollegialität und die menschliche Unterstützung der Kolleginnen fehlen würde. Auch die Schulrätin habe viel Zuwendung und Sorge gezeigt, das habe ihr gut getan. Maxeiner war am Vormittag in der Kirche von den Kindern verabschiedet worden, gestern waren Vertreterinnen der anderen Schulen, der Kindergärten und der Schulbetreuung gekommen, heute gibt sie im Kollegium ihren Ausstand. Zur Feier am Dienstag waren auch Vertreter der Stadtverwaltung, des Bauhofes und der Kirche nach Ütterlingsen gefahren.

Schulrätin Heinz hatte Maxeiners schulischen Werdegang beschrieben. Maxeiner war nach dem zweiten Staatsexamen als Grund- und Hauptschullehrerin befähigt und nahm ihren Dienst im Februar 1973 an der Hauptschule in Meinerzhagen auf. Nach zwei Stationen in Lüdenscheid kam sie 1988 als Konrektorin nach Herscheid, seit 1990 als Leiterin der evangelischen Grundschule nach Werdohl. Heinz erwähnte, dass sich Maxeiner in den Gebieten Sport und Englisch weitergebildet habe, zuletzt habe sie Fortbildungen im Schulamt geleitet. Heinz: „Sie haben die Gabe, das Positive zu sehen.“ Die Personalprobleme habe sie immer „tapfer getragen“.

Das Schulamt hat Brigit Esken, die Konrektorin der katholischen Grundschule, zur neuen kommissarischen Leiterin der evangelischen Schule bestimmt. Heinz betonte, das dies die Lösung für das ganze nächste Schuljahr darstellen würde.

Dass über die Situation der Konfessionsschulen in Werdohl vermutlich nicht das letzte Wort gesprochen ist, vermutete Maxeiner: „Wie es hier weitergeht, weiß man nicht.“

Volker Heyn

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare