Abitur-Entlassfeier an der AEG: Leistung zählt, nicht Herkunft

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Der scheidende AEG-Schulleiter Reinhard Schulte übergab gestern auf der Bühne im Festsaal Riesei an die 30 Schülerinnen und Schüler des Abiturjahrgangs 2018 die Zeugnisse.

Werdohl - Schulleiter Reinhard Schulte hat gestern Vormittag im Festsaal Riesei 30 junge Menschen mit dem Abitur in den Händen von der Gesamtschule entlassen. Anschließend wurde er selber verabschiedet.

Schulte hat schon seit Mai einen anderen Job, er wechselt zurück nach Dortmund in die Lehrerausbildung (wir berichteten). Von dort war er vor vier Jahren nach Werdohl gekommen, jetzt kehrt er als Leiter an diese Einrichtung zurück. Seine Rede für die Abiturienten geriet zu einem kleinen Teil auch als Abschiedsrede.

Die AEG stehe seit einem Jahr auf der Kippe, so Schulte, die Eingangsklassen seien nicht so stark wie vorgeschrieben. Die Oberstufe stehe „blendend“ da.

Bei dem kleinen Abijahrgang war der Festsaal Riesei nicht ganz gefüllt.

Die Bezirksregierung strebt bekanntlich eine Fusion der Finnentroper Gesamtschule mit der AEG an. Schulte: "Der Leuchtturm AEG strahlt bis nach Finnentrop, wo man nach Vereinigung mit uns strebt. Ich habe immer eine gänzlich in Werdohl liegende Lösung favorisiert.“

Er hoffe dennoch, dass die Werdohler Schülerinnen und Schüler von der geplanten Zusammenlegung der beiden Schulen profitieren könnten. Persönlich blicke er auf vier intensive Jahre in Werdohl zurück: „Ich bin erstaunt, was man mit Mitte/Ende 50 so alles erleben kann.“

Bürgermeisterin Silvia Voßloh verabschiedete Schulleiter Reinhard Schulte.

Schulte lenkte schnell wieder auf den Anlass des Tages zurück. Schüler vieler Nationalitäten und unterschiedlicher Herkunft seien an der Gesamtschule. Schulte warb für die Chancengleichheit an der Albert-Einstein-Gesamtschule: Nur die schulische Leistung zähle, nicht aber die Herkunft. Und an die Abiturienten gewandt sagte er: „Mit Konformität und der Einstellung, es sich bequem zu machen, kommt man heute nicht mehr weit.“

Auf die Schullandschaft in Werdohl ging Bürgermeisterin Silvia Voßloh mit keinem Wort ein. Sie verglich das Abitur mit einem Kompass: „Das Abitur wird Ihr Instrument zur Bestimmung Ihrer persönlichen Zukunft sein.“ Sie warb für Werdohl und die Industrieregion Südwestfalen: „Wenn Sie angekommen sind, denken Sie daran, wo Sie Ihren Kompass erhalten haben: An der Albert-Einstein-Gesamtschule in Werdohl. Geben Sie Ihrer Heimat eine Chance!“

Die Abschlussrede hielten die Schülerinnen (von links) Philomena Plum, Leonie Salewski und Laura Pichlbauer.

In den Beiträgen wurde ein besonders inniges Verhältnis zwischen der Jahrgangsstufe und dem Kollegium deutlich. Üblicherweise reagierten die Lehrer auf eventuelle Überraschungen in der Schüler-Rede und sprächen deshalb erst danach, so Oberstufenleiter Konrad Pewny. Die AEG habe aber so viel Vertrauen in ihre Schüler, dass ihnen dieses Mal der Vorzug gegeben wurde. Laura Pichlbauer, Leonie Salewski und Philomena Plum blickten so recht launig auf die vergangenen drei Jahre zurück.

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