Schullandschaft: WBG legt sich fest

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Die Fraktion der WBG um Volker Oßenberg hat sich in Sachen Schullandschaft eindeutig positioniert.

Werdohl - Die Werdohler Bürgergemeinschaft hat sich in der Frage der Werdohler Schullandschaft klar positioniert. Darin wird eine Prioritätenliste benannt, die den Erhalt der Realschule auf den ersten Platz setzt.

Der Erhalt des Abiturs an der Gesamtschule ist der WBG am zweitwichtigsten. Den bereits Mitte Dezember getroffenen Fraktionsbeschluss erläuterte jetzt Fraktionsvorsitzender Volker Oßenberg auf Nachfrage unserer Zeitung. 

Die WBG stehe voll und ganz hinter dem Beschluss, den der Arbeitskreis Schule traf und den die Bürgermeisterin als die „bestmögliche Lösung“ für Werdohl bezeichnete. Der Inhalt dieses Beschlusses ist öffentlich nicht bekannt, es dürfte sich aber darum handeln, dass alle Schulformen weiterbestehen.

Ohne Stellungnahme keine Umsetzung

Dazu fehlt die schulfachliche Stellungnahme der Bezirksregierung. Ohne diese Stellungnahme kann die Stadt als Schulträger die favorisierte Lösung nicht umsetzen. So lassen sich die bisherigen öffentlichen Aussagen der Bürgermeisterin interpretieren. Oßenberg: „Wenn die Möglichkeit da ist, alles so zu erhalten, dann soll es auch so bleiben.“ 

Allerdings habe die WBG über den schlechtesten Fall („worst case“) nachgedacht, der nach Meinung der Bürgergemeinschaft so aussieht: Die Bezirksregierung gibt kein grünes Licht für die Wunsch-Lösung. Die Gesamtschule hat auch nach Aufgabe der Realschule dauerhaft nicht genügend Schüler für die notwendige Vierzügigkeit. Oßenberg: „Für diesen ‘worst case’ wollen wir, dass auf jeden Fall die Realschule erhalten bleibt.“ 

Dauerhafte Sicherheit für die Schullandschaft

In dem Beschluss heißt es deshalb: „Die Realschule hat sich seit Jahrzehnten als verlässlicher Partner der Industrie, des Handwerks, des Handels und der Dienstleister erwiesen. Im Bereich der Berufsvorbereitung und somit der Sicherstellung von geeigneten Bewerbern für den Ausbildungsmarkt trägt sie dazu bei, dass Werdohl über gut ausgebildete Facharbeiter verfügt.“ 

Die WBG wolle dauerhaft Sicherheit für die Schullandschaft und strebe nicht nur eine Lösung für die nächsten fünf Jahre an. Die Gesamtschule brauche mindestens 100 Anmeldungen pro Jahrgang, um dauerhaft bestehen zu können. Das Abitur an der Gesamtschule sei ein gutes, zusätzliches Angebot in der Schullandschaft von Werdohl. 

Die WBG schreibt: „Dieses wird von den Schülerinnen und Schülern, die über eine entsprechende Qualifikation verfügen, aber kaum wahrgenommen.“ Mittlerweile entschieden sich etwa 30 Prozent der Werdohler Schülerinnen und Schüler beim Wechsel von der Grundschule zu einer weiterführenden Schule für eins der umliegenden Gymnasien. 

„Verlust des Abiturs ginge uns sauer ab“ 

Die WBG-Fraktion kommt daher zu folgender abschließender Position: „Die WBG sieht die Gefahr, dass die erforderlichen Schülerzahlen für die Gesamtschule, selbst wenn sie als einzige weiterführende Schule in Werdohl verbleibt, langfristig nicht sichergestellt sind. Eine Realschule in Werdohl wird auf jeden Fall Bestand haben.“ 

Oßenberg schilderte die Überlegungen der Fraktionsmitglieder: „Es ginge uns sehr sauer ab, wenn wir das Abitur in Werdohl verlieren würden. Aber wegen der sinkenden Schülerzahlen kann einem angst und bange werden.“ SPD und CDU hätten ihre Positionen außerhalb des Arbeitskreises schon erkennen lassen, so Oßenberg. 

Von daher habe die WBG ihre Vorstellungen für den Fall verschriftlicht, wenn es nicht zur gemeinsam ausgearbeiteten Lösung kommen sollte. Oßenberg betont: „Der Beschluss des Arbeitskreises ist für uns bindend, wir stehen da zu 100 Prozent hinter.“ 

Aber: „Sollte das alles schiefgehen, müssen die Eltern wissen, wo es langgeht.“ Die Anmeldetermine seien im Februar, die WBG hoffe darauf, dass es bis dahin eine Äußerung der Bezirksregierung gebe. Ferner spricht sich die WBG dafür aus, dem Märkischen Kreis einen Standort für die zukünftige Förderschule anzubieten. Oßenberg: „Wir haben auf jeden Fall Gebäudekapazitäten übrig.“

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