Schulkonferenz drängt auf klare Regelung

In der Frage der Toilettennutzung geht es um ein Höchstmaß an Sicherheit für die Kinder

WERDOHL ▪ Die Schulkonferenz der katholischen Grundschule St. Michael, die am Dienstag getagt hat, sieht Klärungsbedarf im Zusammenhang mit der öffentlich geführten Diskussion um die gemeinsame Nutzung des Schulgebäudes an der Schulstraße 19 (VHS und Grundschule). In einer ausführlichen Stellungnahme wird unter anderem festgestellt:

Seit dem Umzug der katholischen Grundschule aus dem Gebäude Schulstraße 16 in das Gebäude Schulstraße 19 im Jahr 1999 leben die beiden Bildungseinrichtungen Grundschule und VHS unter einem Dach.

Nach dem Geschehen in einer Münchener Grundschule, bei dem ein siebenjähriges Kind auf der Toilette vergewaltigt wurde, beantragten Eltern der St. Michael-Schule eine Toilettenanlage innerhalb des Schulgebäudes, die die Sicherheit für die Kinder erhöhen sollte.

Die damalige Regelung: Während der beiden großen Pausen benutzen die Kinder die Außentoiletten, während der Unterrichtsstunden die Toilette innerhalb des Schulgebäudes.

Die Ereignisse in München 2001 und die Amokläufe an deutschen Schulen – beginnend mit Erfurt im Jahr 2002 – führten bei Eltern und Kollegium der St. Michael-Schule immer wieder zu Überlegungen, wie die Sicherheit an der Schule verbessert werden könne.

In diesen Jahren stand die Schultür den ganzen Vormittag über offen, und jedermann hatte mehr oder weniger unbemerkt Zutritt.

Der Notfallordner mit den gesetzlichen Bestimmungen für die Sicherheit an Schulen, der Ende 2007 den Schulleitern im Märkischen Kreis überreicht wurde, war der Anlass für ein erneutes Gespräch am 14. Dezember 2007 zwischen Bürgermeister Bora und den Leitungen von VHS, Schulverwaltungsamt und Schule.

Dabei wurden folgende Entscheidungen getroffen:

Die Schultür wird zu festgelegten Zeiten geschlossen. Ab 11.30 Uhr allerdings bleibt die Außentür geöffnet, damit Eltern ihre Kinder zeitlich flexibel aus der Betreuung abholen können.

Die Kurse der VHS werden von den Kursleitern und –leiterinnen geschlossen in das Gebäude geführt.

Das Problem der gemeinsamen Toilettennutzung wird durch unterschiedliche Pausenzeiten von Grundschule und VHS beseitigt.

Diese Regelung hatte zunächst Bestand bis etwa Anfang 2009. Während dieser Zeit kam es jedoch häufiger zu Begegnungen zwischen VHS-Teilnehmern und Grundschülern im Vorraum der Toilette oder auf dem Flur, die vor allem die jüngeren Kinder verunsicherte. Nach massiven Elternbeschwerden wurde eine neue Entscheidung getroffen, wie sie Barbara Funke im Süderländer Volksfreund vom 20. März beschreibt.

Dazu stellte die Schulkonferenz in ihrer Sitzung am Dienstag fest: „Dass Eltern unserer Schule sich berechtigt Sorgen machen um die Sicherheit ihrer Kinder geschieht keinesfalls auf dem Hintergrund bestimmter Teilnehmer der VHS-Kurse. Für die Kinder handelt es sich um Fremde, denen gegenüber sie von der Schule und vom Elternhaus aus zur Vorsicht erzogen werden, egal um welche Erwachsene es sich handelt.

Eine Diffamierung von konkreten Personen liegt den Eltern der katholischen Grundschule völlig fern.“

Gleichwohl, so heißt es in der Stellungnahme weiter, bleibe die gemeinsame Nutzung einer Grundschule und einer Erwachsenenbildungseinrichtung für die zu gewährleistende Sicherheit der Grundschulkinder eine Verantwortung, der sich vor allem die Schulleitung und der Schulträger stellen müssen.

Auf Dauer gewährleiste nur eine klare räumliche Trennung der beiden Institutionen ein Höchstmaß an Sicherheit für die Kinder. Deshalb fordert die Schulkonferenz der katholischen Grundschule St. Michael – auch im Hinblick auf den zu errichtenden Ganztagsbetrieb ab Sommer 2010 – eine entsprechende und damit auch langfristige Entscheidung der Werdohler Politik.

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