Nach Erlass der Landesregierung: Unterricht per Internet

Schulen und Kitas schließen: Alles Wichtige zu Notgruppen für Kinder

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Schulleiter Oliver Held hat gestern Mittag den Schlüssel in der Realschule umgedreht, bis nach den Osterferien bleiben alle Werdohler Schulen und Kitas geschlossen.

Werdohl - Ministerpräsident Armin Laschet hat am Freitag angekündigt, dass in NRW ab Montag alle Schulen geschlossen bleiben, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Auch Kindertagesstätten sind von dieser Regelung betroffen. Wir beantworten die dringlichsten Fragen.

Der Montag und der Dienstag gelten als Übergangstage, von Mittwoch an bis zum Ende der Osterferien ist alles dicht. Wir beantworten, was das für die Einrichtungen in Werdohl bedeutet, was Eltern jetzt beachten müssen und welche Betreuungsmöglichkeiten für Kinder es gibt.

Welche Einrichtungen sind betroffen?

Grundsätzlich geschlossen sind ab Montag alle neun Kindertagesstätten und die Kindertagespflegestellen, die drei Grundschulen (vier Standorte) und die beiden weiterführenden Schulen in Werdohl. Betroffen sind etwa 620 Mädchen und Jungen in Kitas und Tagespflegestellen sowie gut 1900 Schüler.

Wie reagieren die Kindertagesstätten auf die Schließung?

„Ab Montag sind alle Kitas und Tagespflegestellen in Werdohl generell geschlossen“, sagt Kirsten von der Crone, Leiterin der Abteilung Jugend und Soziales im Rathaus. Die Eltern sollten daüber in WhatsApp-Gruppen und Telefonketten schnellstens informiert werden.

Die Betreuung von Kindern, deren Eltern in unverzichtbaren Funktionsbereichen, insbesondere im Gesundheitswesen, arbeiten, soll ab Montag mit einer Notbetreuung sichergestellt werden. Wie genau diese Notbetreuung organisiert werden kann, müsse aber erst noch besprochen werden.

Dazu gehöre auch, herauszufinden, wie groß der Bedarf überhaupt ist. Allerdings betonte von der Crone, dass dies wirklich nur für diesen Personenkreis gelte. „Eltern, die nicht berufstätig sind, brauchen am Montag gar nicht erst mit ihren Kindern kommen, sie werden wieder nach Hause geschickt!“

Auch in den katholischen Kitas werde ab Montag nur eine Notfallbetreuung vorgehalten, teilte der Kita-Zweckverband des Bistums Essen auf seiner Homepage mit. Das betrifft in Werdohl die Kitas St. Bonifatius und St. Michael.

Welche Regelungen gibt es für Grundschüler?

Die Werdohler Grundschulen haben ihre Schüler schon am Freitag mit Arbeitspaketen nach Hause geschickt. So haben die rund 700 Kinder Lernmaterial, das sie in der Zeit bis zum Ende der Osterferien durcharbeiten können. Noch benötigte Arbeitsblätter können am Montag zwischen 10 und 12 Uhr in den Schulen abgeholt werden.

„Die Kinder haben Lernpläne mitbekommen, damit sie zuhause üben können“, sagte beispielsweise Nina Manns von der Gemeinschaftsgrundschule. Maria Apprecht von der St.-Michael-Grundschule verwies auch darauf, dass von der Möglichkeit, per Telefon oder Internet mit Eltern und Schülern zu kommunizieren, Gebrauch gemacht werde: Es ist viel möglich, ohne dass man sich sieht.“

Die St.-Michael-Schule hat Aufgaben für die Jahrgänge 2 und 3 auch auf ihre Homepage (www.kathschule-werdohl.de) gestellt. Für Montag und Dienstag gilt eine Übergangsregelung: Eltern können ihre Kinder noch zur Schule schicken, um sich auf die Situation einzustellen und die Betreuung zu organisieren.

Danach gibt es nur für Grundschüler, deren Eltern in wichtigen Berufen tätig sind, ein Notbetreuungsangebot. Eltern, die das in Anspruch nehmen müssen, sollen die Schulen so schnell wie möglich darüber informieren. Die Stadt als Schulträger wird zu Wochenbeginn entscheiden, ob und in welchen Grundschulen Not-Betreuungsgruppen für Kinder von Eltern in unverzichtbaren Funktionsbereichen angeboten werden.

Das teilte Reinhardt Haarmann mit, der bei der Stadt für die Schulen verantwortlich ist.

Wie sieht es an der Albert-Einstein-Gesamtschule aus?

Auch hier gibt es Montag und Dienstag Übergangstage, ab Mittwoch ist der Schulbetrieb bis zum Ende der Osterferien ausgesetzt. Am Freitag schon wurden alle Schüler aufgefordert, ihre Materialien mit nach Hause zu nehmen, um dort arbeitsfähig zu bleiben.

Schulleiter Sven Stocks und sein Team waren gut auf diese Ausnahmesituation vorbereitet. Hausaufgaben werden über die Klassenlehrer und die Fachlehrer über die Schul-Homepage an die Schüler weitergeleitet.

Es werde sukzessive Material zur Verfügung gestellt. Das werde den Unterricht natürlich nicht ersetzen können. Die Abiturienten hätten ohnehin nur noch Unterricht bis zu den Osterferien gehabt. Wie es mit den Abiprüfungen aussehe, könne man erst später sehen.

Die Frage, ob die Lehrkräfte noch in der Schule oder von Zuhause aus arbeiten, sei ebenfalls noch nicht geklärt. Stocks: „Wir Lehrer haben jedenfalls genug zu tun.“

Und die Realschule?

Schulleiter Oliver Held hat alle Kinder am Freitag für die Zeit bis nach den Osterferien nach Hause geschickt. Alle Schülerinnen und Schüler werden auf elektronischem Weg per E-Mail mit Aufgaben und Themen versorgt und bekommen in den Fächern Deutsch, Mathe und Englisch zwei Mal pro Woche eine Nachricht von den Fachlehrern.

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