Schulen kaufen einzelne Tickets für Sonderfahrten

+
Bei einer Infoveranstaltung in Hamm wurde der Westfalentarif kritisch diskutiert.

Werdohl - Seit Einführung des Westfalentarifes am 1. August beklagen die Schulen einen erhöhten Aufwand mit der Abrechnung von Sonderfahrten. SPD-Fraktionsvorsitzender Wilhelm Jansen machte am Montag im Rat die Verwaltung darauf aufmerksam.

Bisher konnten die Schulen für Sonderfahrten eine Art Sammelabrechnung schreiben. 

Wenn es mit den Kindern zum Schwimmen ins Hallenbad, zum Sportfest am Riesei, zum Gottesdienst in die Stadt oder zu gemeinschaftlichen Zielen wie zum Besuch der BOM ging, erwarben die Schulen mit einer Art Sammelschein Fahrkarten für ihre Schüler. Auch die Abrechnung verlief relativ einfach und war gut zu händeln. Seit Einführung des Westfalentarifs müssen die Schulen für die Kinder einzelne Tickets kaufen, die im Bus von den Kindern beim Busfahrer vorgezeigt werden müssen. 

Auch die Abrechnung kann nicht mehr pauschal erfolgen und ist für die Schulen aufwändiger. Jansen hatte von Schulen und Schülern gehört, dass jetzt alles viel komplizierter verlaufe als vorher. Er bat die Stadtverwaltung darum, Abhilfe zur Entlastung der Schulorganisation zu schaffen. Fachbereichsleiter Michael Grabs sagte in direkter Antwort auf die SPD-Anfrage, dass dieses Problem schon seit einiger Zeit bekannt sei. 

Erhöhter Verwaltungsaufwand für Schulen

In allen Städten, die von der MVG bedient werden, sei dadurch ein erhöhter Verwaltungsaufwand für die Schulen entstanden. In Abstimmung mit anderen Kommunen würde versucht, mit der MVG eine Lösung zu finden. Grabs sah den Westfalentarif für ausschlaggebend: „Gut funktionierende Sachen sind da verloren gegangen.“ Jochen Sulies, Pressesprecher der MVG, sprach auf Nachfrage sogar von einem „gravierenden Problem“. Er sei wenig zuversichtlich, daran etwas ändern zu können. 

Die im Westfalentarif zusammengeschlossenen Verkehrsunternehmen würden versuchen, eine Lösung zu finden. Gesprächsbereit sei man auf jeden Fall, aber große Hoffnung könne man sich nicht machen. „Wir kennen dieses Handling-Problem, wir haben das schon vorher geahnt.“ Die Schulen seien schon erstmals im Herbst 2016 darauf aufmerksam gemacht worden. Sulies: „Früher reichte im Grunde ein Zettel, auf dem die Fahrkarten abgerechnet wurden.“ 

Karten müssen entweder im Bus gekauft oder vorher bestellt werden

Der Westfalentarif bringe 60 Verkehrsunternehmen unter einen Hut, alle müssten nach denselben Regeln spielen. Sulies: „Diese ganze ausgetüftelte Systematik lässt es auf deutsch gesagt einfach nicht mehr zu, irgendwem einen Zettel zu schreiben.“ Früher hätte die MVG der Schülergruppe den individuellen Bestpreis ermittelt, das müssen die Schulen jetzt selber machen. 

Zudem müssen die Karten entweder im Bus gekauft oder vorher schriftlich bei der MVG bestellt werden. Sulies: „Das ist für die Schulen leider komplizierter geworden.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare