Viele Unwägbarkeiten

Schulen bereiten sich auf das nächste Corona-Schuljahr vor

Masken gehören für Schüler und Lehrer auch weiterhin zum Unterrichtsalltag, wenn das neue Schuljahr in der kommenden Woche beginnt.
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Masken gehören für Schüler und Lehrer auch weiterhin zum Unterrichtsalltag, wenn das neue Schuljahr in der kommenden Woche beginnt.

Wenn Mitte nächster Woche nach den Sommerferien die Schule wieder beginnt, wird der Präsenzunterricht weiterhin nur mit Maskenpflicht für Schüler und Lehrer, regelmäßigen Corona-Tests und Lüftungen sowie vielen weiteren Regelungen und Einschränkungen möglich.

An allen Schulen im Stadtgebiet laufen derzeit die Vorbereitungen für ein weiteres Schuljahr unter Corona-Bedingungen.

Die Vorfreude auf das Wiedersehen mit den Kindern und Jugendlichen ist dennoch groß, zudem eint ein Wunsch alle Schulleiter: die Schulen sollen nicht wieder geschlossen, ein neuerlicher Lockdown unbedingt vermieden werden.

Grundschule St. Michael

„Denn Eltern sind nun mal eben keine Lehrer, das ist im Lockdown sehr deutlich geworden“, erinnert Maria Apprecht, Leiterin der katholischen Grundschule St. Michael, an Probleme und Belastungen während des Homeschoolings. Apprecht bereitet mit ihrem Team momentan den Schulstart nach dann sechseinhalb Wochen Ferien und die Einschulungsfeier der i-Männchen am Donnerstag, 19. August, vor.

„Wir hoffen auf gutes Wetter, würden dann mit unseren zwei neuen ersten Klassen eine Einschulungsfeier im Freien durchführen.“ Über den Messengerdienst Schoolfox, den in Werdohl alle Schulen nutzen können, versorgt Apprecht („Das ist eine super Sache“) die Eltern schon vor dem Schulstart mit wichtigen Informationen. Dem Wiederbeginn schaut Apprecht recht gelassen entgegen: „Schließlich kennen wir Dinge wie Masken, individuelle Pausenregelungen und räumliche Trennungen schon aus dem vergangenen Schuljahr.“ Bei ihr überwiegt vielmehr die Vorfreude: „Wir brennen darauf, wieder unterrichten zu können. Das Präsenzformat ist dabei auch für die sozialen Kontakte der Schüler ganz wichtig.“

Gemeinschaftsgrund-schule Werdohl

Dem kann Nina Manns, Leiterin der Gemeinschaftsgrundschule Werdohl mit den Standorten Kleinhammer und Königsburg, nur beipflichten: „Wenn es wieder losgeht, stehen bei uns Sozialprojekte zunächst klar vor Inhalten wie Mathe oder Deutsch. So hat es ja auch das Schulministerium empfohlen.“ Auch Manns sei mit den Erfahrungen aus dem Vorjahr hinsichtlich des Schulstarts unter Coronabedingungen jetzt entspannter: „Wir kennen die Situation, greifen auf Bewährtes und existierende Konzepte zurück.“ Dies gilt auch für den Tag der Einschulung. Für die eine Klasse auf der Königsburg und die drei Klassen in Kleinhammer finden jeweils separate Feiern statt. „So kann jedes Kind bis zu vier Erwachsene mitbringen“, erklärt Manns.

Nach vielen Monaten Erfahrung im Umgang mit der Pandemie, hat Manns gelernt, in deutlich kleineren Zeiträumen zu planen und flexibler zu reagieren. „Wichtig ist nur, dass die Schulen offen bleiben und es durchgängig Unterricht in Präsenzform gibt. Alles andere wäre sehr schlecht für die soziale Entwicklung der Kinder“, sagt Manns. Sie hoffe deshalb auf möglichst viele Erwachsene, die sich gegen das Coronavirus impfen lassen: „Das Angebot besteht jetzt für jeden. Wenn es jemand nicht annimmt, habe ich dafür kein Verständnis. Denn die Leidtragenden sind sonst am Ende die Kinder, die sich noch nicht impfen lassen können.“

Martin-Luther-Grundschule

„Wir wünschen uns ein ganz normales Schuljahr“, sagt Britta Schwarze, Leiterin der evangelischen Martin-Luther-Grundschule. „Deshalb betrachte ich die zuletzt wieder hohe Inzidenzzahl für Werdohl mit Sorge.“ Auch in der Luther-Schule laufen die Vorbereitungen für das Schuljahr 2021/22. In den kommenden Tagen wird Schwarze einen Elternbrief verschicken, um speziell auch die Eltern der i-Männchen auf die Schulzeit vorzubereiten. Die Einschulungsfeier soll bei gutem Wetter im Freien auf dem Schulhof stattfinden, um die Corona-Einschränkungen möglichst gering zu halten. „Schließlich sollen die Kinder eine schöne Einschulung haben“, sagt Schwarze.

Bis dahin ist aber noch einiges zu erledigen. In der Luther-Schule und auch den beiden anderen Grundschulen wurden während der Sommerferien die Tafeln abmontiert. Denn sie sollen durch sogenannte Smartboards, also interaktive Tafeln, die für den Unterricht deutlich mehr Möglichkeiten bieten, ersetzt werden. Geliefert und installiert wurden diese Smartboards bislang allerdings nicht. „Hoffentlich gelingt die Installation bis zum Beginn des neuen Schuljahres noch. Andernfalls wären wir aber auch gut vorbereitet“, verspricht Schwarze.

Albert-Einstein-Gesamtschule

„Das Thema Corona wird uns sicherlich auch über dieses komplette Schuljahr hinweg noch begleiten“, glaubt Sven Stocks, Leiter der Albert-Einstein-Gesamtschule (AEG). Während an den Grundschulen für die regelmäßigen Corona-Testungen die Lolli-Tests zum Einsatz kommen, sind es an der AEG – wie an allen weiterführenden Schulen– weiterhin die „Nasenbohrer“-Selbsttests. „Damit starten wir dann am Donnerstag auch gleich“, sagt Stocks. Geimpfte Schüler können sich von dieser Testpflicht befreien lassen. Die regelmäßigen Testungen sicherzustellen, bedeute vor allem einen großen organisatorischen Aufwand für die Lehrer, speziell aber auch für das Sekretariat: „Da werden Kapazitäten gebunden, die wir jetzt für andere Dinge nicht mehr haben.“

Insgesamt gibt sich der Schulleiter aber „verhalten optimistisch“, nun ein Schuljahr mit dauerhaftem Präsenzunterricht vor der Brust zu haben. Schließlich seien die Rahmenbedingungen andere als vor einem Jahr. „Fast alle unserer Lehrer sind geimpft, viele Schüler können sich jetzt auch impfen lassen, das gibt schon etwas mehr Sicherheit“, erklärt Stocks. Mit Corona-Infektionen im Schulalltag und entsprechenden Konsequenzen rechnet er aber nach wie vor: „Es wird weiterhin Infektionen geben – und damit auch einzelne Schüler oder ganze Gruppen, die in Quarantäne müssen.“ Luftfilter kommen im Kampf gegen das Corona-Virus an der Gesamtschule – und auch an den Grundschulen – zunächst nicht zum Einsatz. Zwar hat das Land ein 90 Millionen Euro schweres Förderprogramm aufgelegt, um Schulen und Kitas mit mobilen Luftfilteranlagen auszustatten, dieses greift allerdings lediglich, wenn Räume nur über eingeschränkte Lüftungsmöglichkeiten verfügen. Dies ist beispielsweise gegeben, wenn sich die Fenster nur kippen lassen. „Das ist bei uns aber nicht der Fall, wir setzen weiterhin auf regelmäßiges Stoßlüften“, so Stocks abschließend.

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