Schuldnerquote für Werdohl steigt seit 2009

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Werdohl - Die Verschuldungsquote für Werdohl hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht. Mittlerweile gelten 15,21 Prozent der Einwohner der Stadt an Lenne und Verse als überschuldet.

Das geht aus lokalen Zahlen des „Schuldneratlas Deutschland“ hervor, die die Wirtschaftsauskunftei Creditform in dieser Woche veröffentlichte. 

2009 lag die Verschuldungsquote für Werdohl bei 12,08 Prozent, seitdem ist in jedem Jahr ein Anstieg festzustellen. Zuletzt von 15,09 Prozent in 2016 auf 15,21 Prozent für das laufende Jahr. Somit kann im Durchschnitt mehr als jeder siebte Werdohler seine Rechnungen nicht regelmäßig bezahlen. 

Mit diesem Wert liegt Werdohl deutlich über dem Landesschnitt von 11,63 Prozent und noch deutlicher über dem Bundesschnitt von 10,04 Prozent. 

Quote nur in Altena noch höher 

Auch im Vergleich zu den Nachbarkommunen schneidet Werdohl eher schlecht ab. Einzig für Altena weist der „Schuldneratlas Deutschland“ mit 15,81 Prozent eine noch höhere Verschuldungsquote auf. Für Neuenrade beträgt der Wert 9,81 Prozent und für Nachrodt-Wiblingwerde 11,08 Prozent. Auch für Lüdenscheid fällt die Quote mit 14,3 Prozent niedriger aus. 

„Der Bedarf nach unserem Angebot wächst“, hatte deshalb schon in der vergangenen Woche im Gespräch mit unserer Zeitung Sozialarbeiterin Marie-Christin Preising gesagt, die im Auftrag des Unterbezirks Hagen-Märkischer Kreis der Arbeiterwohlfahrt (Awo) die Schuldner-, Verbraucher- und Insolvenzberatung für den Bereich Werdohl, Neuenrade und Plettenberg anbietet. Für die Insolvenzberatung musste Preising mittlerweile sogar eine Warteliste einrichten. „Wobei die Wartezeiten manchmal wirklich erheblich sein können“, sagte Preising. 

Überschuldung ein kreisweites Problem 

Auch im gesamten Märkischen Kreis wird die Überschuldung für immer mehr Menschen zu einem Problem. In einem bundesweiten Ranking zur Schuldnerquote ist der Märkische Kreis unter insgesamt 401 Kreisen und kreisfreien Städten mit knapp 12,8 Prozent erst auf Platz 360 zu finden. Zum Vergleich: Im bayerischen Eichstätt, dem Spitzenreiter des Rankings, liegt die Quote bei lediglich 3,8 Prozent. 

Die Schuldner-, Verbraucher- und Insolvenzberatung der Awo hat ihren Sitz im Sozialen Beratungszentrum im Bürgerhaus, Schulstraße 2. Marie-Christin Preising ist dort montags bis donnerstags von 8 bis 12 Uhr sowie von 13.30 bis 15 Uhr anzutreffen und zu erreichen unter der Rufnummer 0 23 92 / 50 53 93.

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