Schuldfrage nach Schlägerei bleibt vorerst ungeklärt

Ob eine Frau ihre Hilfe brauchte und ob sie einen Schlagring dabei nutzten, diese Fragen konnten drei Werdohler vor Gericht jetzt nicht unstrittig aufklären.

WERDOHL ▪ Mit einem äußerst undurchsichtigen Fall hatte es gestern das Amtsgericht Altena zu tun: auf der Anklagebank drei Männer im Alter von 29 bis 32 Jahren. Bei zwei von ihnen handelt es sich um Brüder. Von Jana Peuckert

Gemeinsam mit einem weiteren Mann soll das Trio am 24. August 2008 gegen 0.30 Uhr in Werdohl auf einen 33-Jährigen eingeschlagen und -getreten haben. Dabei sollen sie mit einem Schlagring bewaffnet gewesen sein. Dazu waren bei dem Angeklagten, der nicht zu den Brüdern gehört, bei einer Wohnungsdurchsuchung 2,5 Gramm Marihuana sichergestellt worden, was der Angeklagte auch sofort zugab.

Schwieriger gestaltete sich jedoch die Aufklärung des Vorwurfes der Körperverletzung. Der 32-Jährige gab dazu an, er habe gesehen, wie der Geschädigte einen Streit mit einer Frau gehabt habe. Diese sei abgehauen und kurz darauf sei der Geschädigte auf die Angeklagten zugekommen: „Er sprach zuerst mit meinem Bruder. Dann hat er ihn geschlagen, es kam es zu einer Schlägerei. Wir sind dazwischen gegangen.” Sein Bruder bestätigte die Angaben und ergänzte: „Wir hatten keinen Schlagring dabei.”

Das Opfer sah das anders. Er erklärte, die Männer hätten ihn ausgelacht, woraufhin er nur habe fragen wollen, was das soll. „Ich bin auf ihn zu und da kam direkt der erste Schlag. Aus jeder Richtung kamen Schläge. Ich war am Boden und hielt mir die Hände vors Gesicht.”

Bezüglich des Streites mit seiner Frau erklärte der 33-Jährige, es habe nur eine kleine Auseinandersetzung gegeben. Diese gab hingegen gestern an, ihr Mann sei sehr aufgebracht gewesen. „Er hat mich gepackt. Ich lag auf dem Boden und hab geschrieen.” Dann sei sie geflohen.

Nach mehr als drei Stunden Verhandlung erklärte die Amtsanwältin in ihrem Plädoyer, dass mehr für die Version der Angeklagten spreche. Und so forderte sie einen Freispruch. Der Nebenklagevertreter sah die Schuld der Angeklagten hingegen als bewiesen an, und forderte, diese zu verurteilen. Sollte das Gericht sich gegen eine Verurteilung entscheiden, stellte er den Antrag, erneut in die Beweisaufnahme einzusteigen und einen weiteren Zeugen zu hören.

Richter Dirk Reckschmidt erklärte, die Verhandlung werde am Donnerstag fortgesetzt.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare