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Schulabschluss im Zeichen der Vielfalt, aber eine Gemeinsamkeit haben alle

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Von: Volker Griese

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53 Schülerinnen und Schüler der Realschule  Werdohl haben am Mittwoch ihre Abschlusszeugnisse erhalten.
53 Schülerinnen und Schüler der Realschule Werdohl haben am Mittwoch ihre Abschlusszeugnisse erhalten. © Volker Griese

53 Schülerinnen und Schüler haben die Realschule am Mittwochnachmittag mit einem Abschlusszeugnis verlassen. Die Zeugnisübergabe war in eine zweistündige Feier in der Aula der Schule eingebettet.

Werdohl ‒ Schulleiter Oliver Held blickte in seiner Abschlussrede vor allem auf die vergangenen beiden Schuljahre zurück, die von der Coronapandemie und damit von Distanzunterricht, aber auch einer abgesagten und dann doch durchgeführten Schulfahrt nach England geprägt gewesen seien. Er berichtete davon, wie er als Videogast Einblick in Küchen und Esszimmer, aufgeräumte und weniger aufgeräumte Jugendzimmer seiner Schüler erhalten habe.

Held fand aber in Anlehnung an Kindheitsidole auch ermutigende Worte, die er den scheidenden Schülern mit auf ihren weiteren Lebensweg gab. „Jede und jeder von Euch ist einzigartig in der Summe dessen, was ihn oder sie ausmacht“, spielte er dabei auch auf das Motto der Abschlussfeier an, in der die Schüler selbst Vielfalt und Verschiedenheit zum Thema gemacht hatten. Und mit einem Zitat von Pippi Langstrumpf („Das habe ich noch nie versucht. Also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe.“) ermunterte Held die Abschlussschüler, sich etwas zuzutrauen, auszuprobieren und bei möglichen Misserfolgen einen neuen Anlauf zu wagen.

Die 10 a erhielt die Zertifikate aus den Händen von Klassenlehrerein Heike Tweer.
Die 10 a erhielt die Zertifikate aus den Händen von Klassenlehrerin Heike Tweer. © Volker Griese

In der Rede des Schulleiters fehlte auch etwas Statistik nicht. Von den 53 Abschlussschülern hätten 18 das Zeugnis der Fachoberschulreife erhalten, berichtete er. 34 Jugendliche hielten sogar das Zeugnis der Fachoberschulreife mit einem Qualifikationsvermerk in den Händen, das sie zum Besuch einer gymnasialen Oberstufe berechtigt. Ein Schüler verließ die Realschule mit dem Abschlusszeugnis der Förderschule im Bildungsgang Lernen. Bei aller Verschiedenartigkeit hatten also alle einen Abschluss erreicht. „Das ist ein Ergebnis, das uns auch als Schule stolz macht“, bilanzierte Held die schulischen Leistungen des Abschlussjahrgangs. Auch den Eltern gratulierte er zu den Abschlüssen ihrer Kinder.

Die „tolle Zahl“ von 53 Abschlussschülern spreche für die gute Arbeit auch des Lehrerkollegiums an der Realschule, fand Werdohls stellvertretender Bürgermeister Dirk Middendorf. Er versicherte, die Realschule spiele in der Schullandschaft der Stadt Werdohl nach wie vor eine wichtige Rolle und verdiene die Unterstützung von Politik und Verwaltung. Dennoch: Der am Mittwoch verabschiedete Jahrgang war der viertletzte an dieser Schule. Mit dem Schuljahr 2024/25 läuft die Realschule nach einem Beschluss des Werdohler Rates aus dem Jahr 2019 aus.

Die Zeugnisse an die 10 b verteilte Klassenlehrer und Schulleiter Oliver Held.
Die Zeugnisse an die 10 b verteilte Klassenlehrer und Schulleiter Oliver Held. © Volker Griese

Middendorf empfahl den Abschlussschülern, ihre Jugend in vollen Zügen zu genießen, aber auch neugierig, mutig und mit Selbstvertrauen in die Zukunft zu gehen. „Alles ist möglich“, rief er ihnen zu und fügte noch etwas aus seinem Erfahrungsschatz hinzu: „Nicht die Stärksten werden im Leben weiterkommen, sondern die Kreativsten.“

Für den Abschlussjahrgang sprachen Agelos Sarpotas (10 a) und Zümrehan Oral (10 b), und sie fanden sowohl ernste als auch launige Worte. Sie sprachen von einem „steinigen Weg“, den sie alle nun bewältigt und dabei – auch im Alltag – Widerstände hätten überwinden müssen. Mit einem kräftigen Augenzwinkern dankten sie ihren Lehrern und legten dabei die eine oder andere Anekdote aus dem Schulalltag offen.

Das Motto der Abschlussfeier kam noch einmal deutlich zum Vorschein, als einige Abschlussschüler Zukunftswünsche für ihre Klassenkameraden in ihrer jeweiligen Muttersprache vortrugen. An der Realschule sprechen die Schüler derzeit acht verschiedene Sprachen. Einige Schüler trugen in der mit Nationalflaggen geschmückten Aula auch selbst noch Flaggen der Herkunftsländer ihrer Familien mit sich.

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